01.11.2018 / Allgemein / /

Konzept zum Umgang mit Wasserknappheit und Trockenheit

«Ist der extreme Hitzesommer 2018 ein einmaliges Ereignis?» Sie wollen auch wissen, wie sich die Pegelstände, Quellen und Grundwasservorräte verhalten, wenn sich mehrere extrem trockene Jahre zukünftig aneinanderreihen. Erfahren wollen sie auch konkrete Massnahmen. So etwa: Wie könnten die grössten Wasserreservoire im Thurgau, der Bodensee und die Grundwasservorkommen, für eine sichere Versorgung des ganzen Kantonsgebiets erschlossen werden?

Thurgauer Kantonsräte fordern einen Plan gegen künftige Trockenperioden
Die extreme Dürre findet politischen Niederschlag. Mit einem Vorstoss fordern Thurgauer CVP-Kantonsräte die Regierung auf, ein Konzept zum Umgang mit Wasserknappheit und Trockenheit zu erarbeiten.
Sebastian Keller
Der Giessen bei Bürglen führt auch Mitte Oktober nur sehr wenig Wasser. (Bild: Donato Caspari, 15. Oktober 2018)

Der Giessen bei Bürglen führt auch Mitte Oktober nur sehr wenig Wasser. (Bild: Donato Caspari, 15. Oktober 2018)

Die Trockenheit im Thurgau ist noch nicht ausgestanden. Der zuständige Fachstab schätzt das Trockenheitsrisiko im ganzen Kantonsgebiet nach wie vor als gross ein. Das seit Mitte Juli geltende Entnahmeverbot ist immer noch in Kraft; auch Private werden nach wie vor zum Wassersparen aufgerufen. Nun kündigen sich gegen Ende Woche Regenwolken an. In der Lagebeurteilung von Montag schreibt der Stab: «Es ist zu hoffen, dass die prognostizierten Niederschläge ausreichen, um eine Entspannung der Trockenheitssituation im Thurgau herbeizuführen.»

Niederschlag findet das Thema nun in der Kantonspolitik. Am Mittwoch haben die CVP-Kantonsräte Josef Gemperle (Fischingen), Franz Eugster (Bischofszell) und Kilian Imhof (Balterswil) einen Vorstoss eingereicht – mitunterzeichnet von 46 Parlamentariern. Darin fordern sie den Regierungsrat auf, ein Konzept zu erstellen. Und zwar zum Umgang mit Wasserknappheit und Trockenheit – auch mit Fokus auf entsprechende Konflikte und Versorgungsprobleme. Jetzt ist die Regierung am Zug. Sie wird innert eines Jahres zuhanden des Grossen Rates eine Empfehlung abgeben, ob sie ein solches Konzept als sinnvoll erachtet.

Robustheit der Wasserversorgung

Dieses soll gemäss Vorstoss insbesondere die Robustheit der Thurgauer Wasserversorgung unter extremen Bedingungen untersuchen. «Die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Nahrungsmitteln und Energie muss auch bei extremer Trockenheit gewährleistet sein», halten die Kantonsräte fest. Es seien Strategien und Massnahmen sowie mögliche Finanzierungsvorschläge zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung sowie der Vieh- und Pflanzenbestände aufzuzeigen.

In ihrer Begründung verweisen die Kantonsräte auf den Klimawandel: Gemäss aktuellen Szenarien setze sich die Erwärmung des Klimasystems in Zukunft weiter fort. Die Sommer würden trockener, die Wetterextreme nähmen zu. Gemäss Bund sei mit häufiger Sommertrockenheit zu rechnen.

Braucht es im Thurgau Speicherseen?

Die Kantonsräte formulieren deshalb Fragen an die Regierung: «Ist der extreme Hitzesommer 2018 ein einmaliges Ereignis?» Sie wollen auch wissen, wie sich die Pegelstände, Quellen und Grundwasservorräte verhalten, wenn sich mehrere extrem trockene Jahre zukünftig aneinanderreihen. Erfahren wollen sie auch konkrete Massnahmen. So etwa: Wie könnten die grössten Wasserreservoire im Thurgau, der Bodensee und die Grundwasservorkommen, für eine sichere Versorgung des ganzen Kantonsgebiets erschlossen werden?

Sie erkundigen sich auch, ob es zukünftig Speicherseen für Trink-, Brauch- und Löschwasser zur Überbrückung saisonaler Schwankungen brauche.

Die CVP-Kantonsräte tönen im Vorstoss an, dass die Umsetzung wohl ein Generationenauftrag mit entsprechender Kostenfolge sein werde. Deshalb gelte es zu prüfen, ob die zurückgestellten TKB-Gelder dafür reserviert werden könnten.

Bei diesen Geldern handelt es sich um 127 Millionen Franken aus dem Erlös der Partizipationsscheine vom Börsengang der Thurgauer Kantonalbank. Diese Millionen liegen seit 2014 beim Kanton unter Verschluss. Zu diesem Thema haben Urs Martin (SVP, Romanshorn) und zwei weitere Kantonsräte unlängst einen Vorstoss eingereicht. Mit diesem wollen sie die Regierung beauftragen, einen Bericht zu erstellen. Darin soll aufgezeigt werden, wie die Mittel so investiert werden könnten, «dass sie dem Kanton einen langfristigen Mehrwert bringen».

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