09.08.2018 / Allgemein / /

Staus auf Schweizer Strassen kosteten 2015 rund 1,9 Milliarden – Das Thurgauer Parlament hat es nächste Woche in der Hand, etwas gegen sinnlose Massentransporte zu unternehmen!

Durch Staus auf den Strassen entstehen hohe volkswirtschaftliche Kosten. Gemäss aktualisierten Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) beliefen sich 2015 die Staukosten in der Schweiz auf rund 1,9 Milliarden Franken. https://www.tagblatt.ch/newsticker/schweiz/staus-auf-schweizer-strassen-kosteten-2015-rund-1-9-milliarden-ld.1043591

Das Thurgauer Parlament hat es nächste Woche in der Hand, wenigstens etwas gegen völlig unnötige Massentransporte mit unverschmutztem Bauaushub zu unternehmen. Mein Vorstoss «Konzept zur Vermeidung von unnötig langen Transportwegen bei Bauabfällen» steht auf der Traktandenliste. Leider stehen die Chancen schlecht, dass etwas gegen die völlig unsinnigen Transporte über grosse Distanzen von sauberem Boden unternommen wird. Verwaltung und Regierung sind nicht einmal bereit, ein Konzept, bzw. eine Strategie zu erarbeiten, um hier endlich einen Riegel zu schieben. Für mich völlig unverständlich, nicht ein einziges der aufgeführten Argumente ist stichhaltig! Die Branche selbst verdient natürlich mit den vielen Fahrten gutes Geld, immer mehr und immer grössere Lastwagen werden angeschafft, um die immer höheren Kubaturen von den immer tieferen Baustellen immer weiter zu transportieren!

Am Beispiel eines zurzeit im Tannzapfenland bald fertig gestellten grösseren Bauauftrages kann sehr gut aufgezeigt werden, welch groteske Ausmasse diese Massentransporte inzwischen angenommen haben. Obwohl die Region Fischingen im Richtplan als Gebiet für mögliche Deponiestandorte für sauberen Aushub bezeichnet ist, wurden 22’000 m3 schöner Aushub nur von dieser eineStau auf der A1 auf der Nordumfahrung Zürich - diese gehört zu den am stärksten befahrenen Strassenabschnitten der Schweiz und ist chronisch überlastet. (Bild: Keystone/MICHAEL BUHOLZER)n Baustelle einerseits nach Weiach ZH (Grenzgemeinde Kt. Aargau und Deutschland) und andrerseits nach Schaffhausen gekarrt! Über 2000 unnötige Lastwagenfahrten auf Schweizer Autobahnen. Allein die Effizienz wird durch die weiten Distanzen um mindestens den Faktor 10 vermindert, die negativen Umwelteinwirkungen um den gleichen Faktor erhöht!

Ein traditionelles, mittelständiges Hinterthurgauer Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern, tätig im Bereich Kies und Beton, Transportleistungen und Muldenservice, fährt aktuell mit rund 24`000/m3 Aushub pro Jahr nach Hüntwangen oder Marthalen. Das sind rund 2’400 LKW-Fahrten (a 100 km) pro Jahr oder rund 11 Fahrten pro Tag auf der A1 in Richtung Winterthur. Gesamthaft werden für diese Fahrten über 100’000 Liter Diesel verbraucht. Eine Halbierung der nötigen Kilometerleistungen würde neben dem ökologischen Nutzen auch die Kosten für Treibstoff, LSVA und den Fahrzeugunterhalt/- ersatz massiv reduzieren. Rekordhohe Staukosten und Klimaschäden lassen grüssen! Hat das Thurgauer Parlament die Kraft, entgegen der Empfehlung von Verwaltung und Regierung etwas Sinnvolles in Bewegung zu setzen?https://www.tagblatt.ch/newsticker/schweiz/staus-auf-schweizer-strassen-kosteten-2015-rund-1-9-milliarden-ld.1043591