10.04.2011 / Allgemein / /

«Das Gebäudeprogramm» Der Thurgau springt in die Bresche, dank den Energieinitiativen!

Im Kanton Schaffhausen und Thurgau sollen auch die kleinen Erneuerungsprojekte weiterhin gefördert und mit Kantonsbeiträgen unterstützt werden. Für Gesuche mit einer Fördersumme zwischen Fr. 1’000.– und 2’999.– können sich die Thurgauer und Schaffhauser Hauseigentümer direkt an die Energiefachstelle wenden. Da der einheitliche Fördersatz von Fr. 40.– auch für dieses Programm übernommen wird, ist auch hier eine minimale Fläche von 25 m2 zu erneuern. Trotzdem ist zu hoffen, dass andere Kantone diesem Beispiel folgen werden.

«Das Gebäudeprogramm» – Vor einem Jahr starteten Bund und Kantone das Förderprogramm für energieeffizientes Bauen. Die grosse Nachfrage macht nun bereits erste Anpassungen notwendig.

Das Gebäudeprogramm unterstützt die verbesserte Wärmedämmung von Einzelbauteilen in bestehenden, beheizten Gebäuden, die vor 2000 erbaut worden sind. Bei den Einzelbauteilen handelt es sich um Fenster, Wände, Böden und das Dach. Darüber hinaus leisten einzelne Kantone individuelle Zusatzförderungen, zum Beispiel für Gesamtsanierungen oder Minergie-Modernisierungen.

Das Gebäudeprogramm bezahlt für die Dämmung der Einzelbauteile oder den Ersatz der Fenster einen Förderbeitrag pro Quadratmeter Bauteilfläche aus. Um von Fördergeld zu profitieren, müssen gewisse Bedingungen eingehalten werden. Nur gut gedämmte Einzelbauteile werden unterstützt. Minimale U-Werte müssen daher nachgewiesen werden oder es muss ein Minergie-Modul eingesetzt werden.

Ein Jahr Erfahrung

Nicht zuletzt dank dem HEV Schweiz und der vom damaligen Vorstandsmitglied aNR Rolf Heget­schweiler eingereichten Initiative zur Teilzweckbindung der CO2-Abgabe stehen heute jährlich rund 133 Millionen für die Direktförderung via Gebäudeprogramm zur Verfügung. Der Start von «Das Gebäudeprogramm» hat denn auch gezeigt, dass die Nachfrage nach diesen Fördergeldern gross ist. Bereits im ersten Jahr sind über 26’000 Gesuche, mit einer durchschnittlichen Fördersumme von knapp Fr. 8’000.–, bewilligt worden. Gesamthaft wurden somit annähernd 204 Millionen Fördergelder bewilligt. Auch wenn diese Gelder erst zu einem kleinen Teil ausbezahlt worden sind, wurde das Budget bereits überzogen und es wurden Massnahmen zur Reduktion notwendig, um die angestrebte Laufzeit des Programms über zehn Jahre sicherstellen zu können.

Änderungen per 1. April 2011

Bereits zu Beginn dieses Jahres  wurden, unter Einbezug des HEV, verschiedene Massnahmen besprochen. Eine Erhöhung der Teilzweckbindung von 200 auf 300 Millionen Franken pro Jahr, wie sie der HEV Schweiz zuerst vorgeschlagen hat, wurde anfänglich verworfen. Unterdessen ist jedoch eine entsprechende Motion eingereicht worden und wird zurzeit im Ständerat diskutiert.

Die Erhöhung der Fördersumme dürfte auf dem politischen Weg allerdings eine gewisse Zeit zur Umsetzung benötigen. Zudem fehlt das Geld bereits heute. Wohl deshalb sah sich die Programmleitung zu weiteren Sofortmassnahmen gezwungen.

Neu werden ab 1. April 2011 für den Ersatz der Fenster nur noch
Fr. 40.– ∕ m2 Fensterfläche ausbezahlt. Dieser Ansatz entspricht dem Betrag, welcher auch für weitere Bauteile gegen Aussenklima wie Dach oder Aussenwände vergütet wird. Zusätzlich soll nur noch Fördergesuchen entsprochen werden, welche einen Mindestförderbetrag von Fr. 3’000.– ausweisen.

Gebeutelt werden die Kleinen

Dass man den Hebel bei den Fenstererneuerungen angesetzt hat, ist verständlich: Allein rund 45 % der Gesuche betrafen einen Fensterersatz. Die Gesamtsumme der Fensterförderung beläuft sich auf rund 57 Millionen Franken, also etwas mehr als ein Viertel der 2010 bewilligten Gelder. Dies zeigt, dass gerade sehr viele kleine Erneuerungen von den höheren Beiträgen der Fensterförderung profitieren konnten. Diese grosse Nachfrage hat jedoch auch den Vorteil, dass Dreifachverglasungen zum Standard wurden und die Preise in den letzten Jahren entsprechend gesunken sind.

Weit schmerzhafter ist das Anheben der minimalen Fördersumme auf Fr. 3’000.–. Kombiniert mit den tieferen Sätzen für die Fenster bedarf es neu mindestens einer erneuerten Aussenfläche von 75 m2. Bei einem Mehrfamilienhaus kann dies mit dem reinen Fensterersatz noch erreicht werden. Für ein normales Einfamilienhaus werden jedoch zusätzliche Bauteile saniert werden müssen, damit man in den Genuss von Fördergeldern kommt. Damit wird die Forderung der Kantone nach Gesamterneuerungen unterstrichen. Dies ist im Grundsatz zwar richtig, für viele Eigentümer jedoch einfach nicht möglich.

Einzelne Kantone Helfen aus

Bereits haben erste Kantone reagiert. So wollen der Kanton Baselland sowie die Kantone Schaffhausen und Thurgau in die Bresche springen. Im Kanton Schaffhausen und Thurgau sollen auch die kleinen Erneuerungsprojekte weiterhin gefördert und mit Kantonsbeiträgen unterstützt werden. Für Gesuche
mit einer Fördersumme zwischen Fr. 1’000.– und 2’999.– können sich die Thurgauer und Schaffhauser Hauseigentümer direkt an die Energiefachstelle wenden. Da der einheitliche Fördersatz von Fr. 40.– auch für dieses Programm übernommen wird, ist auch hier eine minimale Fläche von 25 m2 zu erneuern. Trotzdem ist zu hoffen, dass andere Kantone diesem Beispiel folgen werden.