08.07.2015 / Allgemein / /

2 x 5100 Unterschriften als Geschenk für den Thurgau

Zahlen zum Kulturlandverlust im Thurgau Lassen wir die Zahlen sprechen: Im Sekundentakt wird in der Schweiz 1 m2 fruchtbares Land überbaut. Sehr eindrücklich dokumentiert ist der tatsächliche Kulturlandverlust auf der Webseite des Schweizer Bauernverbandes SBV. Im behördenverbindlichen Richtplan des Kantons Thurgau ist seit 30 Jahren der Flächenausgleich verankert. Wie sich die Behörden an diesen Richtplangrundsatz gehalten haben, zeigen diese mahnenden statistischen Zahlen: In den gleichen 30 Jahren hat die Landwirtschaftsfläche im Kanton Thurgau jährlich um 100 ha abgenommen, 2004 bis 2013 um jährlich 175 ha, 2014 gar um 290 ha.. Rechnen wir den Verlust von 2014 auf die nächsten 10 Jahre hoch, so beträgt dieser Verlust von 3000 ha gleichviel wie die gesamte Fläche der Gemeinde Fischingen, immerhin die flächengrösste Gemeinde im Thurgau. Ob eine solche Entwicklung wirklich im Sinne der kommenden Generationen ist, möge jede Thurgauerin, jeder Thurgauer an der Urne entscheiden. Genau dies machen die Thurgauer Kulturlandinitiativen möglich.

Die Zwillingsinitiativen „ja zu einer intakten Thurgauer Kulturlandschaft“ sind zu Stande gekommen. Ein sehr wichtiges Zwischenziel wurde damit erreicht. Die von zwei Bauern vor 18 Monaten angestossenen Kulturlandinitiativen werden von je über 5000 stimmberechtigen Thurgauerinnen und Thurgauern unterzeichnet.

Die Freude bei Präsidium, Co- Präsidium, den über 120 Mitgliedern des Unterstützungskomitees und den fast 20 unterstützenden Parteien und Verbänden ist riesengross. Gemeinsam sind in einer sehr langen und auch kontrovers geführten Diskussion die besten Texte für Verfassung und Gesetz erarbeitet worden. Gemeinsam wurde die grosse Arbeit der Unterschriftensammlung geleistet. Dabei sind unzählige, z. T. auch sehr tiefgreifende Diskussionen geführt worden. Erfreulich war die sehr gute Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Kooperation statt Konkurrenz führt zum Erfolg.

Die Statistiken belegen es, es ist für jedermann augenfällig und die Erfahrungen beim Sammeln bestätigen es: Der  Schutz des Kulturlandes ist nach wie vor ungenügend und die Thurgauerinnen und Thurgauer wollen das ändern.

Eine qualitativ hochstehende Entwicklung und Erneuerung der Siedlungsgebiete und der teilweise veralteten Dorfkerne und eine optimale Nutzung der Bauparzellen durch eine bessere Ausnützung ermöglichen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung ohne dass weiteres Kulturland geopfert werden muss.

Die Initiativen sind nötig und sie kommen zum richtigen Zeitpunkt. Sie schützen unsere landwirtschaftlichen Nutzflächen wirksam und geben zukünftigen Bauherren mehr Gestaltungsfreiraum und Ausnützung.