25.01.2014 / Allgemein / /

Anpassungen beim Förderprogramm TG

Diesen Spitzenplatz gilt es nicht zu verlieren, wie CVP-Kantonsrat Josef Gemperle aus Fischingen sagt. «Es ist klar, dass der Kanton die untere Schmerzgrenze der Förderbeiträge austesten will. Ich sehe aber die Gefahr, dass die Qualität der Solaranlagen gefährdet sein könnte.» Man werde sich vielleicht für die günstigste und nicht für die beste und langfristige Lösung entscheiden. «Und das darf auf keinen Fall passieren.» Wenn es absehbar ist, dass die Förderbeiträge zu tief sind, muss der Kanton laut Josef Gemperle sofort reagieren – noch in diesem Jahr. Insgesamt bezeichnet auch Gemperle das Thurgauer Förderprogramm als Erfolgsmodell. Für die Zukunft sei es wünschenswert, dass die Bauherren weiterhin in diesem Rahmen, oder noch mehr, in die Energie investierten. Im Bereich Biogas sieht er noch Verbesserungspotenzial. «In letzter Zeit ist da nicht viel passiert. Bald kommt jedoch das Konzept Biomasse des Amtes für Umwelt. Damit könnte es vorwärtsgehen.»

Ein neues Programm des Bundes ersetzt die kantonalen Beiträge für Solaranlagen. Nur wer es eilig hat und nicht auf der Warteliste des Bundes stehenbleiben will, erhält einen Beitrag des Kantons. Dieser ist aber kleiner als beim Bund.
RALF RÜTHEMANN

FRAUENFELD. Mehr Geld für thermische Sonnenkollektoranlagen, weniger Geld für Solarstromanlagen. Das sind zwei Anpassungen, die der Kanton in seinem Förderprogramm Energie auf das Jahr 2014 vorgenommen hat. «Im Jahr 2013 wurden Förderbeiträge von 18,2 Millionen Franken zugesichert», sagt Andrea Paoli, Leiter der kantonalen Fachstelle Energie. Bund und Kanton teilten sich diese Kosten je etwa zur Hälfte. «Mit diesen Beiträgen lassen sich umgerechnet sechs Millionen Liter Erdöl pro Jahr einsparen.»

Auf zwei Millionen reduziert
Die Fördergelder sollen auch im Jahr 2014 effizient eingesetzt werden und zu einer möglichst grossen Energieeinsparung pro eingesetztem Förderfranken führen. «Beim Förderprogramm für Solarstromanlagen wurde das Kostendach auf 2 Millionen Franken reduziert», sagt Paoli. «Dies deshalb, weil der Bund neu mit Einmalvergütungen ebenfalls Solaranlagen, die für den Eigenbedarf gedacht sind, fördert.» Allerdings bestehe beim Bundesprogramm eine Warteliste. Das kantonale Solarstrom-Förderprogramm – mit etwas tieferen Beiträgen als beim Bund – diene deshalb Bauherren, die nicht auf die Bundeslösung warten können. Erhöht werden die Beiträge auf 200 bis 300 Franken pro Quadratmeter bei einer anderen Art der Energiegewinnung, den thermischen Sonnenkollektoranlagen. «Vor zwei Jahren hat man die Beiträge dafür wohl etwas zu tief angesetzt», sagt Andrea Paoli.

Der Anreiz, in Effizienzmassnahmen und erneuerbare Energien im Gebäudebereich zu investieren, sei im Thurgau hoch. «Gegenüber dem Jahr 2012 ist bei den eingereichten Gesuchen aber ein leichter Rückgang zu verzeichnen», sagt Paoli. «Vor allem, weil der Minergie-Basisstandard bei Neubauten heute eine Voraussetzung ist und seit Anfang 2013 nicht mehr mit Förderbeiträgen unterstützt wird.» Gewisse Anpassungen bei den Energiebeiträgen seien deshalb angebracht. «Der Kanton Thurgau nimmt aber auch mit dem Förderprogramm 2014 im Vergleich zu anderen Kantonen einen Spitzenplatz ein.»

«Kanton testet Schmerzgrenze»
Diesen Spitzenplatz gilt es nicht zu verlieren, wie CVP-Kantonsrat Josef Gemperle aus Fischingen sagt. «Es ist klar, dass der Kanton die untere Schmerzgrenze der Förderbeiträge austesten will. Ich sehe aber die Gefahr, dass die Qualität der Solaranlagen gefährdet sein könnte.» Man werde sich vielleicht für die günstigste und nicht für die beste und langfristige Lösung entscheiden. «Und das darf auf keinen Fall passieren.» Wenn es absehbar ist, dass die Förderbeiträge zu tief sind, muss der Kanton laut Josef Gemperle sofort reagieren – noch in diesem Jahr.

Insgesamt bezeichnet auch Gemperle das Thurgauer Förderprogramm als Erfolgsmodell. Für die Zukunft sei es wünschenswert, dass die Bauherren weiterhin in diesem Rahmen, oder noch mehr, in die Energie investierten. Im Bereich Biogas sieht er noch Verbesserungspotenzial. «In letzter Zeit ist da nicht viel passiert. Bald kommt jedoch das Konzept Biomasse des Amtes für Umwelt. Damit könnte es vorwärtsgehen.»