28.04.2012 / Allgemein / /

Auf dem fünften Platz der Panaschierkönige folgt Josef Gemperle

Grossratswahlen 2012

Im Wahlzentrum verfolgten Kandidaten und Interessierte am Wahlsonntag gespannt die neuesten Ergebnisse der Grossratswahl. (Bild: Reto Martin)
Bei der Grossratswahl 2012 schafften es die FDP und die SVP, die überparteilich attraktivsten Listen zusammenzustellen. Mit Abstrichen gelang das auch der CVP. Der Panaschierkönig ist der Weinfelder Kantonsrat Max Vögeli.

FRAUENFELD. Im Rennen um die 130 Sitze im Grossen Rat muss jede Partei nicht nur möglichst viele Wähler zum Einlegen der eigenen Liste bewegen. Es gilt zudem, möglichst viele Stimmen von andern Listen zu ergattern. Nicht alle schaffen das gleich gut.

Die FDP findet man in allen Bezirken unter den drei überparteilich attraktivsten Listen. In Münchwilen zog die FDP-Liste mit 66 sogar am meisten Panaschierstimmen pro Kandidat und pro 1000 parteifremde Listen an.

Der SVP gelang es in den Bezirken Arbon, Frauenfeld und Weinfelden am besten, die Listen so zusammenzustellen, dass sie auch für Wähler anderer Couleur attraktiv waren. Das geht aus der Auswertung der kantonalen Dienststelle für Statistik hervor. Im Bezirk Arbon holte die SVP pro Kandidat 47 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremde Wahlzettel. In Frauenfeld und Weinfelden waren es etwas weniger. In allen drei Bezirken lag die SVP nur knapp vor der Konkurrenz.

Im Bezirk Kreuzlingen holte sich die CVP den Spitzenplatz im Kampf um die Panaschierstimmen. Mit 54 Panaschierstimmen pro Kandidat und pro 1000 Listen liess sie die andern Parteien deutlich hinter sich. In Münchwilen belegte die CVP den zweiten und in Weinfelden den dritten Platz.

Die Listen der Grünen zogen generell nicht allzu viele Panaschierstimmen an. Ausnahmen bilden die Wahlkreise Arbon und Kreuzlingen, wo die GP mit über 40 Panaschierstimmen pro Kandidat und pro 1000 parteifremde Listen glänzte.
SVP- und EDU-Wähler sind treu

Die Parteien versuchen nicht nur, möglichst viele Stimmen anderer Listen zu erhalten. Sie wollen auch ihre Wähler vom Panaschieren abhalten. Das gelang ebenfalls nicht allen gleich gut. In allen Bezirken hielten die SVP und die EDU ihre Wählerschaft am besten bei der Stange. Im Bezirk Frauenfeld verlor die SVP pro 1000 eingelegte Listen und pro parteifremden Kandidaten sogar nur 11 Panaschierstimmen an andere. Recht diszipliniert ist auch die Wählerschaft der SP.

Intensiv panaschiert wurde dagegen auf den Listen der BDP, der CVP und der GLP. Diesen drei Parteien ist zudem gemeinsam, dass die Panaschierstimmen an viele andere Parteien gingen. Von BDP-Listen wurde besonders häufig zur FDP und zur SVP panaschiert. Von GLP-Listen abfliessende Stimmen landeten oft bei der GP. Ein lebhafter Stimmenfluss fand in allen Bezirken zwischen der SP und der GP statt. Im Fall der SP war die GP überall die klar wichtigste Empfängerin abfliessender Stimmen. Die von den Listen der Grünen abfliessenden Stimmen kamen neben der SP auch der CVP und der GLP zugute.

Die FDP profitierte von Stimmen aus veränderten Wahlzetteln von BDP, CVP, GLP und SVP. Die Panaschierstimmen, welche die FDP abgab, wanderten am häufigsten zur SVP und zur CVP. Die CVP ihrerseits profitierte von Panaschierstimmen der FDP und der neuen Mitteparteien.

Die BDP, die FDP und die EDU waren die grössten Lieferanten von Panaschierstimmen für die SVP. Die von SVP-Listen abfliessenden Stimmen landeten am häufigsten bei der FDP.
Max Vögeli wieder vorne

Max Vögeli (FDP, Weinfelden) ist wie 2008 der «Panaschierkönig». Er holte pro 1000 parteifremde Listen 265 Panaschierstimmen. Christian Lohr (CVP, Kreuzlingen) belegt mit 252 Stimmen den Ehrenplatz. Mit grösserem Abstand folgt Norbert Senn (CVP, Romanshorn, 200). Willy Nägeli (184) ist der ausserhalb seiner Partei populärste SVP-Kantonsrat. Auf dem fünften Platz der Panaschierkönige folgt mit Josef Gemperle (182) ein weiterer Fischinger. Die Plätze 6 bis 10 der Rangliste belegen Barbara Kern (SP, Kreuzlingen), Cornelia Komposch (SP, Herdern), Klemenz Somm (GLP, Kreuzlingen), Peter Gubser (SP, Arbon) und Carlo Parolari (FDP, Frauenfeld) mit je 179 bis 176 Panaschierstimmen pro 1000 fremde Listen. (id/mkn).