24.10.2013 / Allgemein / /

Carmen Haag in der Pole Position

CVP-Fraktionschefin Carmen Haag meldete gestern ihr Interesse an einer Kandidatur für die Nachfolge von Bernhard Koch an. Die Kantonsräte Josef Gemperle und Norbert Senn halten sich eine Kandidatur offen.

CHRISTOF WIDMER/SEBASTIAN KELLER

FRAUENFELD. Nur ein guter Monat bleibt den Interessentinnen und Interessenten in der CVP, um sich für die Nachfolge von Regierungsrat Bernhard Koch zu bewerben. Bereits am 2. Dezember wird die CVP ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin nominieren. Das kündigte gestern Parteipräsident Gallus Müller an. Grund für den knappen Zeitplan: Der Regierungsrat wird die Ersatzwahl voraussichtlich auf Anfang Februar ansetzen. Kandidierende, die ihren Namen in den Wahlunterlagen aufgeführt haben wollen, müssen das schon 55 Tage vor der Wahl beim Kanton anmelden.
Haag kandidiert

Die Parteimitglieder seien nun aufgerufen, Kandidaturen zu melden, sagt Müller. Er räumt ein, dass jene, die sich eine Kandidatur schon länger überlegen, im Vorteil seien. Das trifft vor allem auf Fraktionschefin Carmen Haag (Stettfurt) zu. Sie meldete gestern denn auch ohne Umschweife ihr Interesse an.

Andere mögliche Anwärter zeigten sich überrascht über die Terminierung der Ersatzwahl. Die Kantonsräte Josef Gemperle (Fischingen) und Norbert Senn (Romanshorn) liessen eine Kandidatur offen. Gemperle hat sich einen Namen in der Energiepolitik gemacht, Senn war Gemeindeammann von Romanshorn. Beide wollen eine Kandidatur mit ihrem Umfeld abklären.

Aus dem Rennen genommen haben sich zwei weitere mögliche Anwärter: Der abtretende Kantonsarzt Mathias Wenger und der ehemalige Kantonsrat Thomas Merz. Wenger will sich auf sein Hausarztpraxis-Projekt konzentrieren, Merz wird bald Prorektor an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Merz will die Situation aber noch mit der Hochschulleitung besprechen.
Grüne und BDP wägen ab

SVP, FDP, GLP und SP erheben keinen Anspruch auf den CVP-Sitz. Für die Grüne Partei sagt Fraktionspräsidentin Katharina Winiger: «Wir müssen das intern prüfen.» Die BDP diskutiert das Thema an einer Geschäftsleitungssitzung. Fraktionspräsident Andreas Guhl: «Ich habe zwei Namen im Kopf.» Ob er diese schon für die Ersatzwahl von Koch im Kopf hat, verrät er nicht. «Es ist sehr gut denkbar, dass wir die CVP-Kandidatur unterstützen», sagt EVP-Kantonsrat Matthias Müller. Die EDU wartet den Vorschlag der CVP ab, sagt Präsident Daniel Wittwer.