30.10.2013 / Allgemein / /

CVP-Männer zieren sich noch

In der CVP Thurgau dreht sich das Kandidatenkarussell um die Nachfolge von Regierungsrat Bernhard Koch. Carmen Haag steht in den Startlöchern; Josef Gemperle und Norbert Senn entscheiden nächstens.

SEBASTIAN KELLER

Artikel weiterempfehlen
Facebook

BISCHOFSZELL. Am 2. Dezember steht fest, wen die CVP Thurgau auf Bernhard Koch als Regierungsrat nachfolgen lassen will. Dann nominieren die Delegierten in Aadorf ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten. Gallus Müller, Präsident der CVP Thurgau, sagt am Rand der Delegiertenversammlung von Montagabend, dass er mit mehreren potenziellen Anwärtern rechnet. Er schaut in den Saal der Bitzihalle und sagt: «Wir haben viele fähige Personen.» Wer auf dem Wahlzettel steht, entscheiden die Delegierten. Die Orts- und Bezirksparteien seien aufgerufen, mögliche Kandidaturen bis zum 27. November zu melden. «Theoretisch kann sich aber noch am 2. Dezember jemand nominieren lassen.» Den Sitz sieht Müller nicht gefährdet – zumindest von den Regierungsparteien nicht. Ob die Grüne Partei oder die BDP den CVP-Sitz angreifen wird, steht noch aus.
Vertiefte Abklärungen

Dass den CVP-Delegierten eine Auswahl präsentiert wird, scheint wahrscheinlich. Fraktionspräsidentin Carmen Haag (Stettfurt) bekundete ihr Interesse bereits am Tag von Kochs Rücktrittsankündigung.

CVP-Kantonsrat Josef Gemperle (Fischingen) spielt mit dem Gedanken einer Kandidatur. Er sagt: «Mein Entscheid steht noch aus.» Er kläre vertieft ab, ob es für ihn in Frage kommt. Auch wartet er die Sitzung der CVP-Bezirkspartei Münchwilen ab. «Die ersten Signale sind positiv», betont er. Bis Ende nächster Woche will er entschieden haben.

Auch Kantonsrat Norbert Senn (Romanshorn) ist als möglicher Nachfolger im Gespräch. Er sagt: «Es ehrt mich, dass mein Name als möglicher Nachfolger von Regierungsrat Koch genannt wird, was Anerkennung für meine geleistete Arbeit ist. Zurzeit laufen Abklärungen mit meiner Familie, meiner Ortspartei und meinem Umfeld.»

Thomas Merz (Weinfelden) wird bald Prorektor an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Er sagt: «Die Wahrscheinlichkeit einer Kandidatur ist sehr gering; als designiertes Mitglied der Hochschulleitung treffe ich aber eine solche Entscheidung – sowohl für als auch gegen eine allfällige Kandidatur – nicht im Alleingang, sondern in Absprache mit Hochschulleitung und Hochschulrat. Diese Gespräche sind im Gang und ich gehe davon aus, sie bis spätestens Ende Woche abschliessen zu können.»
CVP-Frauen setzen auf Haag

Für Simone Curau-Aepli, Präsidentin der CVP-Frauen Thurgau, ist Carmen Haag die Kronfavoritin: «Wenn sie nominiert wird, würden wir sie sehr gerne unterstützen.» Die Zeit sei «überreif» für eine zweite Frau im Regierungsrat. Sollte Carmen Haag nicht nominiert werden, sei es aber selbstverständlich, dass die CVP-Frauen Thurgau einen Kandidaten unterstützen werden. «Auch da laufen Gespräche.» Es sei legitim, dass sich interessierte Personen für dieses Amt Gedanken machen.
Termin erst «voraussichtlich»

Das Datum der Ersatzwahl ist noch nicht definitiv. Der Regierungsrat muss diese anordnen. «Voraussichtlich ist es der 9. Februar», sagt Silvana Tschudi, Leiterin der Regierungskanzlei, auf Anfrage. Das Datum müsse spätestens 69 Tage vor dem Wahltermin publiziert werden. Der Regierungsrat hat dieses Geschäft gestern nicht behandelt.