20.06.2015 / Allgemein / /

Danke Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker

Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker hat am Donnerstagabend in Frauenfeld nach der Versammlung des Vereins Geothermie Thurgau ein wunderbares Referat gehalten. Ein Referat der Spitzenklasse! Überaus interessant und spannend. Ich habe sehr, sehr viele gute Rückmeldungen gehört am Apéro danach. Gerne hoffe ich, dass er noch viele Jahre mit dieser Überzeugungskraft weiter Menschen beflügeln kann. Und meine Hoffnung ist gross, dass er seinen Zugang zu den Mächtigsten der Welt dazu nutzen kann, um viel Gutes zu bewirken.

 

«Wir spielen mit dem Feuer»

Der Klimawandel ist die grösste Gefahr für die Menschheit. Das sagte Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Referat. Der Verein Geothermie Thurgau hatte ihn eingeladen.

KURT PETER

FRAUENFELD. Der Verein Geothermie Thurgau hatte mit Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker einen prominenten Redner ins Casino geladen. Der Naturwissenschafter referierte über das Thema «Das Risiko ist der Mensch». Wobei er am Donnerstagabend deutlich machte, dass auch die «Technik ein Risiko darstellt». Während den Debatten um die Kernenergie habe seine Frau Christine das Wort «Fehlerfreundlichkeit» kreiert. Und tatsächlich «verzeiht Technik keine Fehler», wie es sich dann bei der Atomenergie gezeigt habe. Aber auch der Mensch sei ein Risiko. Während in Millionen von Jahren die Artenvielfalt gestiegen sei, nehme sie seit dem 20. Jahrhundert ab. Ein Grund sah von Weizsäcker darin, dass «kein Land der Welt nachhaltig ist und alle danach streben, noch reicher zu werden». Den Klimawandel bezeichnete er als grösste Gefahr für die Menschheit: «Wir spielen mit dem Feuer.»

Geothermie mit Unterstützung

Vor dem öffentlichen Referat fand die Jahresversammlung des Vereins Geothermie Thurgau statt. In seinem Jahresbericht beleuchtete Präsident Josef Gemperle die Lage «aus politischer Sicht». Die Verfügbarkeit von Energie sei entscheidend, das grösste Problem sei nach wie vor die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. «Die zukünftige Stromversorgung wird sich aus einleuchtenden Gründen auf verschiedene erneuerbare Technologien abstützen.» Es sei falsch und ein zu grosses Risiko, sich nur auf eine Technologie zu beschränken.

Die Geothermie spiele schon heute im Bereich der Wärme eine wichtige Rolle. «Trotz Gegenwind kann die Geothermie in der thurgauischen Politlandschaft auf grosse und breite Unterstützung zählen», erklärte Gemperle. Im Bericht hielt er abschliessend fest, dass «die Energiezukunft aus einem Zusammenspiel von Energieeffizienz und der Nutzung aller erneuerbaren Energien besteht». Die Geothermie habe eine wichtige Aufgabe in diesem Teamwork wahrzunehmen.

Geschäftsleiter Andreas Koch präsentierte eine Rechnung 2014, die mit 7300 Franken Defizit abschloss. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Sonderschau an der Wega. Zudem habe die Axpo im Zuge der Sparmassnahmen den Beitrag an den Verein gestrichen. Da im laufenden Jahr keine aufwendigeren Aktionen geplant seien, rechne das Budget 2015 mit einem kleinen Gewinn von 480 Franken.

Vorstand neu besetzt

Präsident Josef Gemperle wurde in seinem Amt bestätigt, ebenso Vizepräsident Roland Wyss. An der Versammlung mussten fünf Vorstandsmitglieder ersetzt werden. Neu gewählt wurden Peter Schütz, Jolanda Eichenberger, Peter Meier, Daniel Eugster und Anders Stockholm.

Foto: Ernst Ulrich von Weizsaecker