27.03.2012 / Allgemein / /

Energischer Protest gegen Axpo-VR

Erneut löst ein Entscheid von Regierung und EKT Kritik aus. Es sei das falsche Zeichen, Peter Schütz in einen Axpo-Verwaltungsrat zu wählen, moniert CVP-Kantonsrat Josef Gemperle. Schütz sei ein Idealfall, sagt Kaspar Schläpfer.

Energischer Protest gegen Axpo-VR

Erneut löst ein Entscheid von Regierung und EKT Kritik aus. Es sei das falsche Zeichen, Peter Schütz in einen Axpo-Verwaltungsrat zu wählen, moniert CVP-Kantonsrat Josef Gemperle. Schütz sei ein Idealfall, sagt Kaspar Schläpfer.

MARC HALTINER

ARBON. Schon die erste Ernennung stiess bei den Förderern der erneuerbaren Energien zuerst auf Ablehnung. Kaum war bekannt, dass der Regierungsrat SVP-Ständerat Roland Eberle für den Verwaltungsrat des Ostschweizer Stromkonzerns Axpo vorschlägt, meldeten sich Kantonsräte von CVP, SP und Grünen. Eberle bekannte sich zum mittelfristigen Atomausstieg, und die Regierung begründete die Wahl in ihrer Antwort auf einen Vorstoss.

Doch nun stösst erneut eine Wahl auf Kritik. Am Donnerstag gab Rainer Sigrist, der Verwaltungsratspräsident der EKT AG, bekannt, dass EKT-Verwaltungsrat und FDP-Kantonsrat Peter Schütz als weiterer Axpo-Verwaltungsrat nominiert wird. Dabei handle es sich aber nicht um den VR des Axpo-Konzerns, stellen Sigrist und Regierungsrat Kaspar Schläpfer klar. Schütz werde das EKT im VR der Axpo Grid vertreten, der neuen Gesellschaft, die das Axpo-Stromnetz betreut. Der Thurgau habe dort einen Sitz erhalten, weil er im 13köpfigen Axpo-VR mit nur einem Mitglied untervertreten sei, sagt Schläpfer.

Gemperle ist unzufrieden

Nicht glücklich mit diesem Entscheid zeigt sich CVP-Kantonsrat Josef Gemperle, der den Ausbau der Förderung erneuerbarer Energien angestossen hatte. «Das ist das falsche Zeichen.» Zum einen sei Schütz Vertreter des bisherigen EKT-Verwaltungsrates, der eine Mitverantwortung am Verlust von 35 Millionen Franken aus Lehman-Papieren trage. Zum andern sei Schütz ein Vertreter der FDP, die lange an der Atomenergie festgehalten habe. FDP-Politiker würden sich gegenseitig Posten zuschanzen. «In Zukunft muss die Regierung Personen vorschlagen, die vorbehaltlos hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien stehen», so Gemperle.

«Schütz ist ein Fachmann»

Schläpfer hält die Wahl von Schütz dagegen für einen Idealfall. Der Regierungsrat habe klargemacht, dass es im VR der Axpo-Netzgesellschaft einen EKT-Verwaltungsrat brauche, der die Verbindung zwischen Konzern und kantonalem EW sicherstelle. Schütz biete sich mit seiner grossen Erfahrung als EKT-VR, aber auch als Kantonsrat und Unternehmer an. Sigrist verweist zudem auf das technische Know-how von Schütz. «Peter Schütz ist als Ingenieur ein technischer Fachmann und kennt die Strombranche ausgezeichnet.» Schütz werde die Thurgauer Interessen gebührend einbringen. Das EKT stehe zudem hinter dem schrittweisen Atomausstieg.

Gemperle kritisiert auch Sigrists Seitenhieb an die Adresse der Politiker, die ihre energiepolitischen Vorschläge immer mit einem Finanzierungs- und Realisierungskonzept versehen müssten. Solche Kritik sei unnötig, schliesslich habe die kantonale Politik das EKT erst zum Umdenken bewogen, so Gemperle. Mit vielen Aussagen zur Energiepolitik hätten Politikerinnen und Politiker die Bevölkerung irritiert, meint dagegen Sigrist. Der Stromverbrauch steige wieder stark. Es brauche weniger, aber klarere Botschaften an die Bevölkerung.

http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/art123841,2920065

Wahl von Schütz stösst auf Kritik

ARBON. Ein Entscheid der Thurgauer Regierung und der EKT AG hat zu Kritik geführt. Rainer Sigrist, Verwaltungsratspräsident der EKT AG, hatte bekanntgegeben, dass EKT-Verwaltungsrat und FDP-Kantonsrat Peter Schütz für einen weiteren Axpo-Verwaltungsrat nominiert wird. Es handle sich aber nicht um den Verwaltungsrat des Axpo-Konzerns, sagen Sigrist und Regierungsrat Kaspar Schläpfer. Schütz werde das EKT im Verwaltungsrat der Axpo Grid vertreten, der neuen Gesellschaft, welche das Axpo-Stromnetz betreut. Der Thurgau habe dort einen Sitz erhalten, weil er im Axpo-VR mit nur einem Mitglied untervertreten sei, so Schläpfer.

Nicht glücklich mit diesem Entscheid ist CVP-Kantonsrat Josef Gemperle. «Das ist das falsche Zeichen.» Zum einen sei Schütz Vertreter des bisherigen EKT-Verwaltungsrates, der eine Mitschuld am Verlust von 35 Millionen Franken aus Lehman-Papieren trage. Zum andern sei Schütz ein Vertreter von Wirtschaft und FDP, die lange an der Atomenergie festgehalten hätten. (hal)

http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/ostschweiz/tb-os/art120094,2919814