11.11.2013 / Allgemein / /

Frühaufsteher in den Startlöchern

Die Konkurrenz ist derzeit parteiintern: Carmen Haag und Josef Gemperle wollen die CVP-Delegierten von ihrer Kandidatur für den Regierungsrat überzeugen. Norbert Senn lässt eine Kandidatur offen. Andere Parteien warten ab.

SEBASTIAN KELLER

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FRAUENFELD. Die Auswahl ist gewiss. Carmen Haag und Josef Gemperle empfehlen sich den CVP-Delegierten am 2. Dezember zur Nomination. Beide wollen in den Regierungsrat einziehen. Bernhard Koch verlässt diesen Ende Mai 2014. Weitere Bewerber sind nicht ausgeschlossen. Norbert Senn aus Romanshorn überlegt noch. Er entscheidet Ende nächster Woche. «Es laufen viele Gespräche, vor allem familienintern.» Er betont: «Es ist eine Entscheidung, die man sich gut überlegen muss.» In den vergangenen Tagen forderte ihn als Präsidenten der Geschäfts- und Finanzkommission des Grossen Rates vor allem der Kommissionsbericht zum Budget 2014.
Haag und Gemperle bereit

Carmen Haag ist eine Frühaufsteherin. Wie ihrer Webseite zu entnehmen ist, geht sie täglich um 5.30 Uhr spazieren. Am Tag von Kochs Rücktrittsankündigung sagte die 40-Jährige bereits, dass sie sich für das Amt interessiere. Die Stettfurterin präsidiert die CVP/GLP-Fraktion im Grossen Rat; diese Funktion übt sie seit 2007 aus. Im Grossen Rat sitzt sie seit 2000. «Ich bin seit 23 Jahren politisch tätig.» Die Wirtschafts- und Steuerpolitik sind ihre Schwerpunkte. Da böte sich das Departement für Finanzen und Soziales (DFS) an, dem Bernhard Koch vorsteht. Dazu sagt sie Ja und Nein. Ja, weil sie sich im DFS wohl fühlen würde. Steuern sind ihr tägliches Brot: Sie ist Inhaberin und Geschäftsführerin einer Steuerberatung. Nein sagt sie, weil sie davon ausgeht, dass sich ein amtierendes Regierungsratsmitglied für das DFS interessiert. Sie betont, nicht für ein bestimmtes Departement kandidieren zu wollen, sondern für den Regierungsrat.

Auch Meisterlandwirt Josef Gemperle dürfte von Berufes wegen ein Frühaufsteher sein. Der CVP-Kantonsrat aus Fischingen ist 53jährig; seit 2004 ist er Mitglied des Grossen Rates. Er hat sich als Energiepolitiker einen Namen gemacht. Bei der Nominationsversammlung darf er auf die Unterstützung der CVP des Bezirks Münchwilen zählen, deren Vorstand seine Kandidatur offiziell unterstützt.
CVP wartet 2. Dezember ab

Gallus Müller, Präsident der CVP Thurgau, schliesst nicht aus, dass sich noch weitere Personen aus seiner Partei für das Amt interessieren. Der Ball liege bei den Bezirks- und Ortsparteien. Die Kantonalpartei hat diese aufgerufen, mögliche Kandidaturen bis zum 27. November zu melden. Ein Zweierticket strebe die Parteileitung nicht an, wie Müller betont: «Es gilt einen Sitz zu besetzen, und dafür braucht es eine Kandidatur.» Die Parteileitung werde dies den Delegierten am 2. Dezember in Aadorf auch so vorschlagen.