23.12.2013 / Allgemein / /

Interpellation zur Seismik im Oberthurgau

WEINFELDEN. CVP-Kantonsrat Josef Gemperle hat eine breit abgestützte Interpellation eingereicht, mit der er die Fortsetzung der seismischen Messungen im Oberthurgau fordert. Als Mitinterpellanten hat er acht Kantonsräte gefunden: Ueli Oswald (FDP, Berlingen), Martin Salvisberg (SVP, Amriswil), Cornelia Komposch (SP, Herdern), Toni Kappeler (GP, Münchwilen), Jürg Wiesli (GLP, Dozwil), Urs-Peter Beerli (EVP, Märstetten), Markus Berner (BDP, Amriswil) und Barbara Müller (SP, Ettenhausen). Dazu kommen 87 Mitunterzeichner.

WEINFELDEN. CVP-Kantonsrat Josef Gemperle hat eine breit abgestützte Interpellation eingereicht, mit der er die Fortsetzung der seismischen Messungen im Oberthurgau fordert. Als Mitinterpellanten hat er acht Kantonsräte gefunden: Ueli Oswald (FDP, Berlingen), Martin Salvisberg (SVP, Amriswil), Cornelia Komposch (SP, Herdern), Toni Kappeler (GP, Münchwilen), Jürg Wiesli (GLP, Dozwil), Urs-Peter Beerli (EVP, Märstetten), Markus Berner (BDP, Amriswil) und Barbara Müller (SP, Ettenhausen). Dazu kommen 87 Mitunterzeichner.

Interpellation „Vorbereitungen für die 3D-Seismik im Oberthurgau“

Die Ereignisse bei der Geothermiebohrung von St. Gallen haben Einfluss auf die Ge-othermiepläne im Thurgau. Das Konsortium Geothermie Thurgau verzichtet vorerst auf die Seismik-Kampagne im Raum Arbon bis Sulgen, dies haben Axpo und EKT in einer Medienmitteilung erwähnt. Das vom Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) und dem Stromkonzern Axpo gegründete Geothermie-Unternehmen „Konsortium Geother-mie Thurgau“ ist interessiert an der Nutzung der geothermischen Energie in der Region Thurgau. In einer ersten Phase sollte mittels einer geologischen Detailstudie eruiert werden, ob die geothermische Strom- und Wärmegewinnung in dieser Region möglich ist. Für die Finanzierung und Umsetzung dieser 3D-Seismik-Kampagne haben die bei-den Partner ein Konsortium gegründet. Beteiligung: 20 % Axpo Power AG, 80 % Swiss East Power AG.

Nachdem nun einige Monate seit dem Ereignis in St. Gallen vergangen sind und bei den Projektverantwortlichen dort nun auch wieder mehr Optimismus über die möglichen Erfolgschancen herrscht, sollte aus etwas Distanz auch im Thurgau eine differenzierte Einschätzung möglich sein. Dabei wird klar, dass der Unterbruch der Vorbereitungsar-beiten ein mögliches Projekt im Oberthurgau um mindestens zwei Jahre verzögern wird. Denn nur auf Grund einer sorgfältig durchgeführten 3D-Seismik können überhaupt die nötigen Beurteilungskriterien für eine allfällige Geothermiebohrung bereitgestellt werden. Die Erkenntnisse des tiefen Untergrundes im Kanton Thurgau sind zur Zeit sehr bescheiden. Auch aus diesem Grund wären seismische Messungen im Thurgau von grossem öffentlichem Interesse. Geologen sind zudem der Ansicht, dass die Ereignisse in St. Gallen nicht einfach so für den Kanton Thurgau übernommen werden können. Laut den Projektverantwortlichen beim Konsortium Geothermie Thurgau sind mehrere Monate nötig, um die Vorbereitungen für eine Seismikkampagne wieder in Gang zu bringen.
Auf Grund dieser Ausgangslage bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung fol-gender Fragen:

1. Teilt der Regierungsrat die Einschätzung der Interpellanten, dass der Unterbruch der Vorbereitungen für eine 3D-Seismik ein mögliches Geothermieprojekt im Oberthurgau um Jahre verzögern kann?
2. Gibt es Erkenntnisse aus der Bohrung St. Gallen, die ein weiteres Zuwarten bei den Vorbereitungsarbeiten für eine 3D-Seismik wirklich nahelegen?
3. Kann eine derartig enge Verknüpfung mit dem Projekt in St. Gallen einen objekti-ven Entscheid über ein allfälliges Projekt im Thurgau nicht stark erschweren?
4. Sollten nicht auf Grund dieser Ausgangslage die Vorbereitungen für eine Seismik im Oberthurgau unabhängig von den Entscheiden in St. Gallen wieder aufge-nommen werden?
5. Teilt der Regierungsrat die Ansicht der Interpellanten, dass die Beteiligungsver-hältnisse beim Konsortium ausgeglichener gestaltet werden sollten?

Vielen Dank für eine umfassende Beantwortung der Fragen.

Zum Begriff 3-D- Seismik: Folie von der 3 D-Seismik-Messkampagne St. Gallen 2010

Fischingen, 18. Dezember 2013