19.06.2015 / Allgemein / /

Jahresversammlung Verein Geothermie Thurgau Bericht des Präsidenten

Unsere Energiezukunft besteht aus einem Zusammenspiel von Energieeffizienz und der Nutzung aller erneuerbaren Technologien. Die Geothermie hat eine wichtige Aufgabe in diesem Teamwork wahrzunehmen. Es ist geradezu unsere Pflicht, die Chancen dieser Ausgangslage zu erkennen und uns gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft einzusetzen.

Das nach wie vor mit Abstand grösste Problem unserer heutigen Energieversorgung ist die grosse Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern. Die damit einhergehende weltweite Klimaerwärmung bedroht uns in unserer Existenz. Die Int. Energieagentur (IEA) rechnet weiter mit einem rasanten Anstieg des weltweiten Energiehungers von mehr als einem Drittel innert nur zwei Jahrzehnten und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass auch dieser Anstieg vor allem durch fossile Energien gedeckt wird.

 

Die Verfügbarkeit von Energie ist entscheidend. Entscheidend für die Wirtschaft, entscheidend für unseren Wohlstand, für unsere Mobilität, für unsere Gesundheit, für unser Leben. Gerade weil die Energie so wichtig ist, wollen wir eine Energieversorgung, die nachhaltig verfügbar ist und nach Möglichkeit auch einheimisch produziert oder zumindest unter unserer Kontrolle ist. Energieeffizienz steht dabei immer an erster Stelle. Strom ist eine edle Form der Energie, sie wird in Zukunft immer wichtiger.

 

Unsere zukünftige Stromversorgung wird sich also aus einleuchtenden Gründen auf verschiedene erneuerbare Technologien abstützen. Diese verschiedenen Technologien ergänzen sich gegenseitig. Es wäre also absolut falsch und ein zu grosses Risiko, sich nur auf eine Technologie zu beschränken. Die Geothermie spielt schon heute im Bereich der Wärme eine sehr wichtige Rolle. Trotz der in den Medien dominierenden negativen Schlagzeilen sind wir im Verein Geothermie Thurgau felsenfest davon überzeugt, dass die Geothermie in den nächsten Jahrzehnten auch den Durchbruch bei der Stromproduktion schaffen wird. Das Potenzial ist riesig. Wie können wir den Durchbruch schaffen?

 

Es braucht Menschen, die den Mut haben, Visionen umzusetzen. Wo wären wir heute, wenn unsere früheren Generationen nicht unter schwierigsten Bedingungen Visionen umgesetzt hätten? Ich erinnere an den Bau der Staumauern und anderer wichtiger Infrastrukturen.

 

Wir brauchen weiter gute gesetzliche Rahmenbedingungen. Der Thurgau ist daran, diese Grundlagen zu schaffen. Die Kommissionsarbeit ist abgeschlossen, das Parlament wird sich nach den Sommerferien damit befassen. Wir sind auf gutem Wege, um für die Umsetzung von Geothermie- Projekten eine gute Grundlage zu haben. Trotz Gegenwind in den Medien kann die Geothermie in der thurgauischen Politlandschaft auf grosse und breite Unterstützung zählen.

Der Verein Geothermie Thurgau ist dankbar dafür. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die zuständige Regierungsrätin Carmen Haag, den zuständigen Abteilungsleiter im Amt für Umwelt Marco Baumann und Marco Sacchetti, Generalsekretär.

 

Wir brauchen Projekte! Projekte, die umgesetzt werden, ohne dass die Wirtschaftlichkeit in diesem Stadium ein Thema ist. Um die nötigen Erfahrungen zu sammeln und die Technologiereife zu erlangen, sind Projekte unbedingt nötig. Firmen und Gesellschaften im Strombereich müssen sich zusammenraufen, gemeinsam sollen Pilotprojekte realisiert werden. Hand in Hand mit Bund und Kantonen sind tragbare Lösungen für Projekte in allen Regionen der Schweiz zu erarbeiten. Wir tun das für uns und für unsere zukünftigen Generationen. So gesehen freuen wir uns sehr über die gemeinsame Mitteilung von Geo- Energiesuisse und des Kantons Jura über die erteilte Bewilligung des Geothermie- Projektes in Haute- Sorne. Wir im Thurgau sind überzeugt, auch wir im Kanton Thurgau werden schlussendlich von den Fortschritten und den Lerneffekten im Jura profitieren.

Es braucht weiter die gesellschaftliche Akzeptanz. Um diese zu erlangen braucht es ein gutes Umfeld. Wir brauchen objektive Informationen über Chancen und Risiken der Geothermie, wir brauchen keine unseriösen, einseitigen Schönfärbereien und Träume. Akzeptanz erarbeiten wir uns durch den Dialog – über unsere Interessen und unsere Kreise hinaus. Heute Abend wird Professor Ernst-Ulrich von Weizsäcker zu uns sprechen – der Co-Präsident des angesehenen „Club of Rome“. Das öffnet den Horizont. Und schafft Akzeptanz durch Fakten.

 

Wir vom Verein Geothermie Thurgau haben uns genau dies zum Ziel gesetzt. Zusammen wollen wir das Umfeld für die Umsetzung der Geothermie bearbeiten. Und wir sind stolz darauf, auch nach den negativen Schlagzeilen der letzten Zeit noch über 350 Mitglieder in unseren Reihen zu wissen. Menschen, die mit uns gewillt sind, an unserer gemeinsamen Energiezukunft zu arbeiten. Wir freuen uns und wir sind sehr dankbar, dass wir auch vom Kanton Thurgau einen Leistungsauftrag zur Informationstätigkeit zum Thema Geothermie erlangt haben. Die ersten gemeinsamen Gespräche waren wirkungsvoll und auf hohem Niveau. Diese Zusammenarbeit wird gute Früchte hervorbringen. Ich bedanke mich herzlich bei Regierungsrat Kaspar Schläpfer und seiner Abteilung Energie unter Leitung von Andrea Paoli und der zuständigen Mitarbeiterin Lena Windler. Genauso herzlich gilt mein Dank auch den weiteren Firmen, die unsere Arbeit zuverlässig und wirkungsvoll unterstützen.

 

Information ist unsere Kernaufgabe. Wir sehen hier unseren Handlungsbedarf und hier wollen wir weitere Fortschritte erzielen. Das unter der Leitung von Armin Menzi neu geschaffene Informationsmittel „Geoskop“ bringt neuen Wind in unsere Informationstätigkeit. Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe.

 

Wir wollen uns vernetzen: Fachleute, Laien, Menschen mit Visionen.

Liebe Vereinsmitglieder, wir sind euch allen sehr dankbar, wenn ihr mit uns gemeinsam an unseren Zielen arbeitet. Werbt mit uns auch aktiv neue Mitglieder. Herzlichen Dank für euer grosses Vertrauen.

Die Vorstandsarbeit wird grösstenteils durch den zurzeit 11- köpfigen Ausschuss geleistet. Die Ausschussmitglieder haben weder eine Spesenentschädigung, noch sonst ein Entgelt. Alles wird ehrenamtlich geleistet. Mein grosser Dank gilt deshalb meinen Kollegen im Ausschuss, die sich mit viel Engagement für unsere Vereinsziele einsetzen.

 

Einen besonderen Dank auch unserem Geschäftsführer Andreas Koch und seiner Frau, unserem Vizepräsidenten Roland Wyss, sowie unseren Kommunikationsverantwortlichen Armin Menzi und Beat Aebi. Herzlichen Dank aber auch all` unseren Vorstandskolleginnen und Kollegen, die ihren wertvollen Namen für die Ziele des Vereins zur Verfügung stellen.

 

Ich wiederhole mich, weil es ganz wichtig ist. Unsere Energiezukunft besteht aus einem Zusammenspiel von Energieeffizienz und der Nutzung aller erneuerbaren Technologien. Die Geothermie hat eine wichtige Aufgabe in diesem Teamwork wahrzunehmen. Es ist geradezu unsere Pflicht, die Chancen dieser Ausgangslage zu erkennen und uns gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft einzusetzen. Herzlichen Dank, wir zählen auch auf euch alle.

 

 

Fischingen, 18.Juni 2015   Josef Gemperle