01.05.2011 / Allgemein / /

Pressekonferenz Energieinitiativen

«Dies würde uns neue Arbeitsplätze, mehr lokale Wertschöpfung, eine zügigere Modernisierung des Gebäudeparks, eine Reduktion der Auslandsabhängigkeit, mehr Strom aus erneuerbaren Quellen und eine spürbare Senkung des CO2-Ausstosses bringen.»

Die Befürworter des Energieförderartikels in der Kantonsverfassung geben sich im Vorfeld der Abstimmung vom 15. Mai zuversichtlich. «Ich denke schon, dass wir unser Ziel erreichen werden», so Komiteepräsident Josef Gemperle.

CHRISTOF LAMPART

Eschlikon. An einer Medienkonferenz am Donnerstag in der Eschlikoner «Post» zeigten sich die Mitglieder des Präsidiums der Thurgauer Energie-Initiativen siegessicher. Für Josef Gemperle ist «klar», dass die Annahme der Verfassungsinitiative «sehr positive Auswirkungen» auf den Thurgau und seine Gesellschaft haben werde. «Dies würde uns neue Arbeitsplätze, mehr lokale Wertschöpfung, eine zügigere Modernisierung des Gebäudeparks, eine Reduktion der Auslandsabhängigkeit, mehr Strom aus erneuerbaren Quellen und eine spürbare Senkung des CO2-Ausstosses bringen.»

Minergie-Bauten boomen

Für den Präsidenten von «Energiefachleute Thurgau», Pierre Honegger, Herdern, wäre ein Ja gleichbedeutend mit «einem starken Fundament, auf dem die Neuausrichtung der Thurgauer Energiepolitik aufgebaut werden kann». Die Gesuche für Subventionen für Minergie-(Um-)Bauten boomten im Thurgau nach wie vor. 2010 gingen 1200 solcher Gesuche ein – und auch im ersten Quartal 2011 sind es bereits wieder 400 gewesen. «Diesen Trend sollten wir nun mit einem Ja am 15. Mai langfristig in der Verfassung absichern», so Honegger.

Für den Präsidenten des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, Markus Hausammann, ist dieser Förderartikel auch ein bäuerliches Anliegen, denn viele Bauernbetriebe hätten genügend Grundlagen, um Biogas- oder Photovoltaikanlagen zu betreiben. Darüber hinaus wüchse im Thurgau mehr als doppelt so viel Holz nach, als jährlich energetisch genutzt würde. Da die Nutzung alternativer Energieträger aber mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden sei, sei ein «klares Bekenntnis» des Volkes zur längerfristigen Förderung der Alternativenergien unbedingt vonnöten.

Für die Präsidentin der CVP-Frauen Thurgau, Simone Curau-Aepli, brächte ein Ja an der Urne vor allem positive Auswirkungen auf das Baugewerbe mit sich. «Von diesen Projekten profitiert die ganze Wirtschaft im Kanton, der Arbeitsmarkt wird belebt und so hat auch der Staat indirekt einen Nutzen.» Gleichzeitig erhofft sie sich durch die Festschreibung der Förderung der Energieeffizienz einen Hallo-Wach-Effekt. «Es wäre schön, wenn die Leute die gesteigerte Energieeffizienz wirklich auch dazu nutzen würden, um Strom zu sparen.»

Grosser Nachholbedarf

In die gleiche Kerbe schlägt auch Kurt Egger, der Programmleiter von «EnergieSchweiz». «Wir haben in den letzten Jahren viel in Sachen Energieeffizienz getan – und trotzdem noch einen grossen Nachholbedarf, ist doch auch im Thurgau 2010 der Stromverbrauch um 3 Prozent gestiegen.»