09.03.2012 / Allgemein / /

Raiffeisen schliesst Gründungsbank in Bichelsee

Ausgerechnet die Raiffeisenbank am Gründungsort der Raiffeisenbewegung Schweiz in Bichelsee soll auf Grund von schwer nachvollziehbaren Renditeüberlegungen geopfert werden.

Erst noch hat Raiffeisen ganz gross profitiert von den unsäglichen Fehltritten der Grossbankenmanager. In Scharen wendeten sich die Leute von UBS und Co. ab und pilgerten zu Raiffeisen und den Kantonalbanken. Gar keine schlechte Entwicklung, möchte man meinen, denn Raiffeisen ist die Bank, die den Kunden gehört. Raiffeisen, die Bank der einfachen Leute. Und nun das! Und dies mit dem Segen von CEO Pierin Vincenz.

Als eigentlicher Fan der Raiffeisenidee bin auch ich sehr enttäuscht vom Verhalten der Verantwortlichen von Raiffeisen Bichelsee. Über den Kopf der Genossenschafter hinweg wird entschieden, den bisherigen Hauptsitz der Bank zu schliessen und Hauptsitz und Mitarbeiter ins zürcherische Turbenthal zu verlegen. Raiffeisen, die Bank die den Kunden gehört! Ich frage mich allen Ernstes, ob die Genossenschafter wirklich noch etwas zu sagen haben oder ob das alljährliche Prozedere mit den Generalversammlungen nicht vielmehr zu einem gesellschaftlichen Anlass verfallen ist. Ich hoffe nicht, denn die Raiffeisenbewegung ist moderner und nötiger denn je.

Ich wünsche der Bichelseer Raiffeisenfamilie viel Durchhaltewillen bei der Protestaktion gegen die Schliessung ihrer Bank. Die Kunden sind in jedem Fall am längeren Hebel, früher oder später muss dies auch die Bankleitung vor Ort und auch am Hauptsitz in St. Gallen einsehen. Oder abtreten. Noch besteht Hoffnung, dass Ersteres möglich wird und damit Schlimmeres verhindert wird.

Josef Gemperle, Kantonsrat CVP Fischingen