23.01.2012 / Allgemein / /

Regierung will mehr Biogas

Noch liegt Potenzial für die Energieproduktion aus Biogas brach. Im Thurgau gibt es heute sechs Vergärungsanlagen auf Bauernhöfen und die Anlage der Biorender AG in Münchwilen, die aus Fleischabfällen Biogas gewinnt. Fünf weitere Vergärungsanlagen sind noch in Planung, wie der Regierungsrat in der Antwort auf einen Antrag von CVP-Kantonsrat Josef Gemperle schreibt.

Regierung will mehr Biogas

SG - St. Gallen Entgegennahme von Bioabfällen aus der Gastronomie fü rBiogasanlagen Zoom

Energiequelle: Restaurant-Abfälle sind Rohstoff für Biogasanlagen. (Bild: Ralph Ribi)

Im Thurgau könnten noch viel mehr Biogasanlagen gebaut werden, als es heute gibt. Mit einem Konzept will der Regierungsrat nun nachhelfen.

CHRISTOF WIDMER

FRAUENFELD. Noch liegt Potenzial für die Energieproduktion aus Biogas brach. Im Thurgau gibt es heute sechs Vergärungsanlagen auf Bauernhöfen und die Anlage der Biorender AG in Münchwilen, die aus Fleischabfällen Biogas gewinnt. Fünf weitere Vergärungsanlagen sind noch in Planung, wie der Regierungsrat in der Antwort auf einen Antrag von CVP-Kantonsrat Josef Gemperle schreibt.

Trotz der Anstrengungen des Kantons – etwa mit einer Biogasberatungsstelle – konnten in den letzten Jahren somit nur einzelne Projekte umgesetzt werden. Dass es harzt, liegt laut Regierung unter anderem daran, dass die Investoren verunsichert sind, ob ihnen tatsächlich genug Gärmaterial zur Verfügung steht. In Frage kommen etwa Kompostmaterial, Speisereste, Abfälle aus der Nahrungsmittelproduktion oder Gülle.

Sicherheit für Investoren

Eine kantonale Studie weise ein grosses Potenzial an verfügbaren Abfällen für die Biogasproduktion aus, schreibt die Regierung. Damit es auch genutzt wird, will der Regierungsrat ein Konzept ausarbeiten. Damit kommt er dem Antrag von Kantonsrat Gemperle nach. Das Konzept soll dafür sorgen, dass nur so viele Biogasanlagen gebaut werden, wie Material vorhanden ist – soll den Investoren also Sicherheit geben. Zudem soll es gewährleisten, dass die Transportwege kurz bleiben.

Güllevergärung enttäuschend

Wie ebenfalls aus der Beantwortung hervorgeht, haben die Versuche, Biogasanlagen nur mit Gülle zu betreiben, in einer Enttäuschung geendet. Hintergrund des Projekts ist der Umstand, dass auf Bauernhöfen zwar viel Gülle vorhanden ist, sie aber bisher nur mit Zugabe von energiereicherem Grüngut wirtschaftlich genutzt werden kann. Dies hat nun offenbar auch der Thurgauer Test mit vier reinen Güllevergärungsanlagen bestätigt.

http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/art123841,2843957