03.04.2011 / Allgemein / /

Thurgauer Zeitung vom 1. April 2011: „EKT setzt weiter auf Atomstrom“

Man könnte tatsächlich an einen 1. Aprilscherz glauben, wenn das Thema auf Grund der tragischen Ereignisse in Japan nicht so ernst wäre. Da hat der Thurgau ein grosses Klumpenrisiko mit seinem äusserst ungünstigen Strommix, der tatsächlich noch immer über 80 Prozent Strom aus in- und ausländischen AKW`s umfasst.

Man könnte tatsächlich an einen 1. Aprilscherz glauben, wenn das Thema auf Grund der tragischen Ereignisse in Japan nicht so ernst wäre. Da hat der Thurgau ein grosses Klumpenrisiko mit seinem äusserst ungünstigen Strommix, der tatsächlich noch immer über 80 Prozent Strom aus in- und ausländischen AKW`s umfasst.Und selbst AXPO-Chef Karrer glaubt nicht mehr an neue AKW`s in der Schweiz. Die Spitze der EKT aber kommuniziert an der PK weder den Willen, noch den Glauben, irgend einen positiven Beitrag leisten zu können, um von diesem riesigen Klumpenrisiko weg zu kommen. Wir erwarten nicht Hauruckübungen der EKT- Führung, aber wir erwarten den ehrlichen Willen, diesen äusserst ungünstigen Strommix mittelfristig zu durchbrechen. Die CVP/glp Fraktion hatte im Nachgang zum noch nicht verdauten EKT-Verlust im amerikanischen Derivatehandel von schlussendlich 44 Mio. gefordert, dass bei den Personalrochaden beim EKT die Kompetenz im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien verstärkt würde. Diese Forderung ist auf taube Ohren gestossen, wie die jetzigen Äusserungen der EKT- Führungsleute an der Pressekonferenz schonungslos bestätigen. Da werden in einer alibi- Übung auf den eigenen Dächern der EKT Solarstromzellen montiert, offenbar in der Hoffnung, die Kunden würden bei der EKT die Türen einrennen, um diesen Solarstrom zu bekommen. Die Hoffnungen wurden nicht erfüllt und hier wird eine Hilflosigkeit demonstriert, die mich äusserst nachdenklich stimmt. Selbst der Geschäftsführer der Elektra Fischingen, der seinen Job im Nebenamt ausführt, bringt hier ein Mehrfaches an Engagement auf, um den Naturstrom der AXPO an den Mann, bzw. an die Frau zu bringen.

Mit sehr viel Goodwill haben wir die neuen Führungskräfte in Verwaltungsrat und Geschäftsführung begrüsst. Jetzt ist diese Schonfrist vorbei. Ich erwarte nun ernsthafte Bemühungen, das Klumpenrisiko Atomstrom zu durchbrechen und ich werde in unserer Fraktion den Antrag stellen, dass die EKT- Führungsequipe die Möglichkeit bekommt, dort die zukünftige Strategie zu erläutern. Ich bin aber auch gewillt, sämtliche demokratischen Mittel anzuwenden, um das EKT auf einen energiepolitischen Kurs zu bringen, der uns Thurgauern eine sichere und nachhaltige Stromversorgung ermöglicht. Das EKT ist uns zu wertvoll, als dass wir die jetzt demonstrierte Hilflosigkeit der EKT Führung einfach so hinnehmen können.

Josef Gemperle, Kantonsrat CVP, Fischingen