29.03.2019 / Allgemein / /

Tobler Überbauung produziert Stromüberschuss für 54 Elektroautos

Kanton Thurgau als Vorbild Europas

Die CO2-freie Überbauung «Zentrum Tobel» heimst Preise ein und sorgt für positive Schlagzeilen. An einem Medienanlass gab sich die Politprominenz ein Stelldichein.

Christoph Heer
Teilnehmer und Referenten des Medienanlasses in Tobel posieren vor der Überbauung für ein Gruppenbild. (Bild: Christoph Heer)

Teilnehmer und Referenten des Medienanlasses in Tobel posieren vor der Überbauung für ein Gruppenbild. (Bild: Christoph Heer)

Die 32 Wohnungen waren schon vor der Fertigstellung vermietet. Die Mehrfamilienhaus-Überbauung «Zentrum Tobel» wurde 2017 als Plus-Energie-Bau. Weil diese Überbauung von ihrem energetischen und architektonischen Konzept her weltweit einmalig ist, wurde sie bereits mit dem Europäischen Solarpreis 2018 und dem Migros Bank Sondersolarpreis für PEB-MFH ausgezeichnet.

Diejenigen, die die Vorschläge zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens analysieren, fänden keine vergleichbaren Massnahmen, welche eine CO2-freie Energieversorgung im Gebäude- und Verkehrssektor derart preisgünstig gewährleistet, hiess es am Donnerstag vor Ort. Natürlich gelte hierbei die Gemeinde Tobel-Tägerschen an sich als treibende Kraft. Aber auch dem Kanton Thurgau, den Architekten des Wiler Unternehmens Fent Solare Architektur und vielen weiteren involvierten Fachpersonen und Institutionen, sei es zu verdanken, dass die Gemeinde mit diesem umweltschonenden Bijou weit über die Landesgrenzen hinaus für Furore sorgt.

«In Sachen Energieeffizienz liegt der Thurgau an der Spitze: Tobel ist dabei der Leuchtturm.»

Am Donnerstag fand im Tobler Gemeindehaus ein Medienanlass statt, an welchem der Aufmarsch an Politprominenz enorm gross war. Regierungsrat Walter Schönholzer, Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Nationalrat Markus Hausammann, Gemeindepräsident Rolf Bosshard – um nur einige zu nennen – waren Teil einer illustren Gästeschar, die einerseits selbst referierten und andererseits später einen Augenschein von besagter Siedlung nahmen.

Die Überbauung beweist, dass sich Ökologie in der Architektur positiv rechnet. Denn der Plus-Energie-Bau konnte so günstig realisiert werden, dass die Mietpreise der 32 Wohnungen um satte 20 Prozent unter dem quartierüblichen Mietzins liegen. Zudem liefert die Liegenschaft 57 Prozent mehr Strom, als ihre Bewohner selbst verbrauchen. Mit dem Solarstromüberschuss können 54 Elektroautos jährlich 12000 Kilometer CO2-frei gefahren werden. «In Sachen Energieeffizienz liegt der Thurgau an der Spitze: Tobel ist dabei der Leuchtturm», sagt denn auch Regierungsrat Walter Schönholzer. «Die ‹Akte CO2 Reduktion› ist bei uns auf der Behandlungsliste ganz oben angekommen.»

Kanton Thurgau als Vorbild Europas

Nationalrätin Edith Graf-Litscher betonte, dass der Klimawandel mittlerweile Realität geworden ist. «Noch wird aber – nicht wie hier in Tobel – viel zu wenig gehandelt. Auch seitens Bundesbern, erfolgen den grossen Worten noch zu wenige Taten.» Immer wieder heisse es diesbezüglich, dass man für diverse Umsetzungen kein Geld habe oder, dass es noch immer der falsche Zeitpunkt sei.» Aber Tobel beweist auf eindrückliche Art, dass es funktioniert.»

In fast allen der zehn Referate wird darauf hingewiesen, dass der Kanton Thurgau und insbesondere die Gemeinde Tobel-Tägerschen eine Pionierarbeit im Sinne von Mensch und Klima geleistet haben. Solararchitektur sei eine immer wichtiger werdende Bauweise, wobei der Kanton und Tobel-Tägerschen für ganz Europa voran gingen.

Die Überbauung beweist, dass sich Ökologie in der Architektur positiv rechnet. Denn der Plus-Energie-Bau konnte so günstig realisiert werden, dass die Mietpreise der 32 Wohnungen um satte 20 Prozent unter dem quartierüblichen Mietzins liegen. Zudem liefert die Liegenschaft 57 Prozent mehr Strom, als ihre Bewohner selbst verbrauchen. Mit dem Solarstromüberschuss können 54 Elektroautos jährlich 12000 Kilometer CO2-frei gefahren werden. «In Sachen Energieeffizienz liegt der Thurgau an der Spitze: Tobel ist dabei der Leuchtturm», sagt denn auch Regierungsrat Walter Schönholzer. «Die ‹Akte CO2 Reduktion› ist bei uns auf der Behandlungsliste ganz oben angekommen.»