25.11.2011 / Allgemein / /

Stromnetze und Netzstrukturen Thurgau

Dieser Vorstoss soll die Stärken und Schwächen unserer Stromnetze und Speicherkapazitäten aufzeigen, den Weg für eine dezentrale Energieversorgung ebnen und die Grundlage für den Aufbau von intelligenten Netzen (Smart Grids) bilden.

Antrag gemäss § 52 GOGR
Bericht „Stromnetze Thurgau“

Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Grossen Rat einen Bericht
über den Zustand und die Ausbaufähigkeit der bestehenden Stromnetze
sowie über die künftige Ausgestaltung der Stromnetze und der
Netzstrukturen im Kanton Thurgau zu erstellen.

Begründung
Der Bundesrat und das eidgenössische Parlament haben sich im Grundsatz
für den langfristigen Ausstieg aus der Kernenergie ausgesprochen.
Der Regierungsrat des Kantons Thurgau unterstützt ebenfalls diese Neuausrichtung
der Stromversorgung.
Der Fokus liegt seither bei der Frage, wie der vor allem im Kanton Thurgau
sehr hohe Anteil an Strom aus in- und ausländischer Kernenergie durch
Strom aus einheimischen, erneuerbaren Quellen ersetzt oder durch Effizienzmassnahmen
eingespart werden kann.
Gemäss Fachleuten liegt der Schlüssel zur Energiewende aber auch beim Ausbau
der Stromnetze und der Bereitstellung von Speicherkapazitäten. Der
Wechsel von einer zentralen Energieversorgung mit Grosskraftwerken zu
einer dezentralen Energieversorgung mit Kraftwerken jeder Grössenordnung
und einem Energiefluss in beide Richtungen stellt höchste Anforderungen
an die Netze sowie an die Speicherkapazitäten. Der emeritierte
ETH-Professor und international anerkannte Spezialist für Energie- und
Übertragungstechnik Klaus Fröhlich spricht denn auch davon, die bestehenden
Netzstrukturen neu zu überdenken.
Die ersten Erfahrungen mit dezentralen Anlagen vor allem im ländlichen
Raum zeigen zudem auf, dass umfangreiche Systemverstärkungen in Leitungen,
Trafostationen und Steuerungstechniken nötig sind. Die Tatsache,
dass im Kanton Thurgau sehr viele verschiedene und rechtlich unabhängige
Organisationen die Netzinfrastruktur besitzen und betreuen, bedeutet
eine zusätzliche Herausforderung.
Fischingen, 23.11.2011
Josef Gemperle

http://www.swissgrid.ch/swissgrid/de/home/current/new_energy_policy.html