25.01.2016 / Grosser Rat / /

Sie wollen in den Thurgauer Grossen Rat gewählt werden

Zwei Rücktritte bei der CVP

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Sie wollen in den Thurgauer Grossen Rat gewählt werden. (Bild: pd)

MÜCHWILEN. Die CVP des Bezirks Münchwilen will bei den Grossratswahlen im April ihre sechs Sitze verteidigen. Um dies zu erreichen, müssen zwei neue Personen gewählt werden. Willy Weibel und Ruedi Heim treten nicht mehr an.

SIMON DUDLE

Bezirkspartei-Präsidentin Christa Kaufmann hatte alles probiert, um Willy Weibel und Ruedi Heim für eine weitere Legislatur im Thurgauer Kantonsrat motivieren zu können. Gefruchtet haben die Anstrengungen nicht. Weibel ist der zweit-dienstälteste Kantonsrat aus dem Hinterthurgau. Seit dem Jahr 2000 politisiert er für die CVP im Grossrat. Einzig Willy Nägeli (SVP) ist noch eine Legislatur länger dabei. «Willy Weibel wurde damals vom letzten Listenplatz aus gewählt und schaffte die Wiederwahl jeweils ohne grosse Anstrengungen. Ich bedaure seinen Rücktritt sehr», sagt Kaufmann. Tatsächlich wäre der pensionierte Sekundarlehrer mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Garant für viele Stimmen gewesen, da er äusserst gut vernetzt ist, sei es bei den Sängern, den Turnern oder beim Militär. Auch Ruedi Heim hat sich entschieden, keine nächste Legislatur anzuhängen und den Schwerpunkt vermehrt auf die Firma – er ist CEO des Aadorfer Bauunternehmens Kifa – zu legen. Als Kantonsrat hat Heim eine kurze, aber bewegte Vergangenheit hinter sich. Zweimal ist er als Nicht-Gewählter nachgerückt. Zuerst in einer frühen Phase des laufenden Jahrzehnts, als Aadorf politisch noch zum Bezirk Frauenfeld gehörte. 2012 verpasste er dann die Wiederwahl, was auch daran gelegen haben könnte, dass Aadorf in der Zwischenzeit zum Bezirk Münchwilen gewechselt hatte und dies noch nicht in den Köpfen aller Wähler war. Da sich der damalige CVP-Grossrat Roland Kuttruff 2013 entschieden hatte, während der Legislatur zurückzutreten, rückte Heim als bester Nicht-Gewählter nach. «Auch dieser Rücktritt ist für die CVP ein grosser Verlust. Wir hätten ihn gerne behalten», sagt Bezirkspräsidentin Kaufmann.

Müller wird Grossratspräsident

Die Partei steht also vor der anspruchsvollen Aufgabe, zwei verdiente Personen ersetzen zu müssen. Eine 18er-Liste soll die Basis dazu sein. Da die vier wieder antretenden Kantonsräte Josef Gemperle, Alex Frei, Christa Kaufmann und Gallus Müller – er wird im Sommer Grossratspräsident – doppelt geführt werden, wirkt die Liste voll. «Ich denke, es ist realistisch, diese sechs Sitze zu machen. Vor vier Jahren kamen wir auf 20,6 Prozent Stimmenanteil. Nun wollen wir 22 Prozent erreichen», sagt Kaufmann. Sie bezeichnet es als «Wermutstropfen», dass die Liste nicht ganz voll ist. Dafür stellt die Präsidentin zufrieden fest, dass sich zehn junge CVP-Kandidaten entschieden haben, mit einer eigenen Liste anzutreten.