14.06.2019 / Klima- und Energiepolitik / /

Verein Geothermie Thurgau GV 2019 Bericht des Präsidenten

Was will ich damit sagen? Wir müssen uns gemeinsam für die CO2- neutralen erneuerbaren Energien einsetzen. Gemeinsam über alle Technologien hinweg eine Allianz bilden und uns gegenseitig unterstützen. Denn bei der Umsetzung gibt es viel zu oft Widerstand. Bei der Windenergie, bei der Wasserkraft, bei Biogasanlagen, selbst bei PV-Anlagen und eben auch bei der Geothermie! Wir können diese Widerstände nur mit einer breiten Allianz überwinden. Es ist wichtig, dass wir einen umfassenden Ansatz anstreben, mehr Effizienz und CO2-Neutralität bei der Energieproduktion und auch bei der Mobilität anstreben. Trotz der durchaus wichtigen Konkurrenz unter den Technologien sollten wir dennoch das gemeinsame Ziel der dringend nötigen Ablösung der fossilen Energien auch gemeinsam angehen. Nur so können wir die Widerstände in der Bevölkerung überwinden.

Generalversammlung 2019

Donnerstag, 13. Juni 2019 18:00 Uhr

Kurzbericht und Dank des Präsidenten in Ergänzung zum Tätigkeitsbericht der Geschäftsstelle

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, liebe Gäste

Ich freue mich sehr über Eure Anwesenheit! Vielen Dank!

Was hat sich verändert seit unserer letzten GV? Eine markante Veränderung in unserer Wahrnehmung der Klimaveränderungen hat der extrem trockene Sommer 2018 ausgelöst. Wasser als knappes Gut in grossen Teilen der Schweiz, dem Wasserschloss Europas. Bisher undenkbar! Auch die weltweiten Klimademos der Schülerinnen und Schüler haben dazu geführt, dass die ganze Klima- und CO2-Problematik im Moment auf vielen Traktandenlisten steht. Diese Themen sind für euch, für uns alle nicht neu. Seit Jahren warnen wir gemeinsam vor diesen prognostizierten und für die Menschheit bedrohlichen Veränderungen. Wir haben zu diesen Themen an dieser Stelle Spitzenreferate vom Leiter des Paul-Scherrer-Institutes Alexander Wokaun, von Nobelpreisträger Thomas Stocker, von Vordenker Ernst Ulrich von Weizsäcker, von ETH- Professor Anton Gunzinger und von weiteren gehört. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass Horrorszenario mit einer zu starken, von Menschen verursachten Erderwärmung doch noch abzuwenden. Leider gibt es insbesondere in den sozialen Medien sehr viele Falschmeldungen und Gegenreaktionen und es wird in Frage gestellt, ob wirklich der Mensch Verursacher dieser globalen Erwärmung ist. Das ist eine gefährliche Entwicklung, weil damit suggeriert wird, dass der Mensch so oder so nichts zu einer Verbesserung der Situation beitragen kann! Auch aus dieser Perspektive betrachtet sind wir den Schülern dankbar, wenn sie mit ihren lautstarken Protesten erreicht haben, dass wir das Problem nun wirklich noch in letzter Minute anpacken. Aber sind wir genügend stark an der Arbeit? Was sind die Kosten der globalen Erwärmung? Was sind die Kosten bei uns? Gerade gestern Abend hatten wir eine Führung durch den kant. Werkhof in Eschlikon mit anschliessendem Referat. Welche Auswirkungen hatte der heisse Sommer auf den Unterhalt der Strassen im Thurgau, so meine Frage an den Referenten. Gravierende Auswirkungen mit vielen Schäden an Strassen und Infrastrukturen seien die Folge des heissen Sommers, so die Antwort des Leiters Unterhalt. Das ist nur ein kleines, unbedeutendes Beispiel auf einer langen Liste, wenn es um die Kosten des Klimawandels geht! Es geht um viel mehr! Ansteigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, das Auftauen der Permafrostböden, wachsende Dürrezonen und die zunehmenden Wetterextreme bedrohen ganze Völker, ja uns alle! Diese Entwicklung zwingt die Bewohner ganzer Landstriche, ihre angestammte Heimat und ihre Existenz zu verlassen, was wiederum zum Anwachsen der Migrationsströme führen wird. Unabhängig davon ist es auch inakzeptabel, dass unsere Generation sich auf Kosten kommender Generationen derart übermässig an den Ressourcen der Erde bedient!

Was will ich damit sagen? Wir müssen uns gemeinsam für die CO2– neutralen erneuerbaren Energien einsetzen. Gemeinsam über alle Technologien hinweg eine Allianz bilden und uns gegenseitig unterstützen. Denn bei der Umsetzung gibt es viel zu oft Widerstand. Bei der Windenergie, bei der Wasserkraft, bei Biogasanlagen, selbst bei PV-Anlagen und eben auch bei der Geothermie! Wir können diese Widerstände nur mit einer breiten Allianz überwinden. Es ist wichtig, dass wir einen umfassenden Ansatz anstreben, mehr Effizienz und CO2-Neutralität bei der Energieproduktion und auch bei der Mobilität anstreben. Trotz der durchaus wichtigen Konkurrenz unter den Technologien sollten wir dennoch das gemeinsame Ziel der dringend nötigen Ablösung der fossilen Energien auch gemeinsam angehen. Nur so können wir die Widerstände in der Bevölkerung überwinden.

 

Wir brauchen auch weitere Geothermie Projekte! Der Verein Geothermie Thurgau hat auch im Berichtsjahr in Absprache mit der Abteilung Energie die Bemühungen erfolgreich weitergeführt, im Bereich Wärme im Thurgau den Weg zu ebnen für weitere Projekte. Im Fokus stehen dabei weiterhin die grossen Wärmebezüger also z. B. auch die Beeren- und Gemüseproduzenten im Thurgau. Sie sollen gezielt in einer frühen Phase mit ersten Abklärungen auf die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung aufmerksam gemacht werden. Immer mehr wird ja auch sichtbar, dass Produzenten, die mit möglichst geringen CO2– Emissionen produzieren, einen Marktvorteil haben. Ich danke allen Beteiligten für diesen wichtigen Effort sehr herzlich, genau dies gehört zum Kernauftrag unseres Vereins.

Ich bedanke mich herzlich bei Regierungsrat Walter Schönholzer vom DIV und seiner Abteilung Energie unter Leitung von Andrea Paoli für den Leistungsauftrag und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Ein herzliches Dankeschön an Regierungsrätin Carmen Haag vom DBU und an den zuständigen Abteilungsleiter im Amt für Umwelt Marco Baumann. Auch hier gibt es wichtige Schnittstellen zu unserer Tätigkeit. Ich bedanke mich hier auch explizit für die in der Beantwortung eines unserer Vorstösse signalisierte Bereitschaft des Kantons, eine kantonale Klimastelle einzurichten. Diese soll mit der Umweltproblematik zusammenhängende Fragen von Mobilität, Umwelt, Energie und Raumordnung verknüpfen und aus meiner Sicht noch besser auch gleich das Finanz-, Justiz- und Bildungsdepartement ebenfalls umfassen.

 

Genauso herzlich gilt mein Dank auch der Thurgauer Kantonalbank TKB und den weiteren Firmen, die unsere Arbeit zuverlässig und wirkungsvoll unterstützen.

Information ist unsere Kernaufgabe. Daran arbeiten wir, mal erfolgreicher, mal gelingt es uns weniger gut. In diesem Zusammenhang herzlichen Dank Armin Menzi und Beat Aebi. Politik, Fachleute, Verantwortungsträger in Wirtschaft und Verwaltung, die Bevölkerung und alle Akteure der Geothermiebranche sollen vernetzt werden, um sich über die Geothermie auszutauschen, um mehr über die Geothermie zu berichten, bzw. zu erfahren. Hier sind wir erfolgreich unterwegs, denn mit den Spezialisten Bernd Frieg von der NAGRA, unserem Vizepräsidenten und Geologen Roland Wyss, mit Peter Meier, CEO der Geo-Energie Suisse AG, und den weiteren Energiefachleuten die bereits im Ausschuss mitarbeiten, haben wir wirklich hochqualifiziertes Wissen im Ausschuss dabei. Dies erfüllt mich mit grosser Freude und Dankbarkeit.

Über 30 Vorstandsmitglieder stellen bereits ihren wertvollen Namen für die Geothermie zur Verfügung. Ein grosses Dankeschön für dieses wichtige Zeichen.

Die eigentliche Vorstandsarbeit wird durch den Vorstandsausschuss geleistet. Ich danke meinen Ausschusskollegen herzlich für diese wichtige und engagierte Arbeit in einem interessanten Team. Es ist ehrenamtliche Arbeit! Zum Dank für diese Ehrenamtlichkeit wird nach den ungefähr vier Ausschusssitzungen jeweils eine kleine, kalte Platte aufgetischt! Per Saldo ist dies für unseren Verein erst noch kostenneutral, da der Wirt der Mühle Matzingen im Gegenzug auf jegliche Benützungsgebühren der Sitzungsinfrastruktur verzichtet! Auch dafür ein herzliches Dankeschön! Einen besonderen Dank auch unserem Geschäftsführer Andreas Koch und seiner Frau und unserem Vizepräsidenten Roland Wyss.

 

 

Fischingen, 13.Juni 2019   Josef Gemperle