12.02.2017 / Kulturlandschutz / /

Riesige Freude und tiefe Dankbarkeit! Das empfinde ich diesen Moment!

Vor über drei Jahren – die sich akzentuierenden Kulturlandverluste waren überall sichtbar – kam KR- Kollege Andreas Guhl mit der Idee auf mich zu, eine Volksinitiative zu lancieren, um den dramatischen Kulturlandverlust zu stoppen oder mindestens in geordnete Bahnen zu lenken! Ich wusste um die Kraft von geschickt lancierten Volksinitiativen (Erfahrung aus den Thurgauer Energieinitiativen), kannte aber auch den riesigen Aufwand!

So nahm die Geschichte ihren Anfang! Im Bewusstsein, dass das grosse Ziel nur erreicht werden kann, wenn eine möglichst breite Allianz auch unter Einbezug der möglichen Gegner formiert werden konnte, legten wir los!

Alle Fraktionen, Parteien, alle wichtigen Verbände, auch der Verband der Thurgauer Gemeinden wurden eingeladen, an breit abgestützten Volksinitiativen mitzuarbeiten. Dies war aussergewöhnlich und gab viel zu reden, bereits vor dem Start der Initiativen. Schliesslich nahm eine Arbeitsgruppe von 24 Mitgliedern die Arbeit auf. In unzähligen Sitzungen und Gesprächen und in wechselnder Zusammensetzung wurden schlussendlich die Volksinitiativen (Zwillingsinitiativen einmal mehr) aufgegleist.

Es kam die intensive Zeit der Unterschriftensammlung. Dutzende von persönlichen Gesprächen auf der Strasse, auf den Höfen und vor Einkaufszentren führten zum sehr guten Sammelergebnis und auch zur Erkenntnis, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Es folgte der Hammerschlag mit der regierungsrätlichen Empfehlung auf Ungültigkeit. Eine schwierige Zeit, es folgten wiederum viele intensive Gespräche mit Fachleuten und Fachjuristen. Das Gespräch mit dem Chef des Rechtsdienstes des eidgen. Raumplanungsamtes bestärkte mich, dass wir die stärkeren Argumente hatten als die Regierung. So konnten wir gestärkt die Bemühungen um die Erarbeitung von Gegenvorschlägen angehen, die wir dann auch dank unserer Präsenz in der grossrätlichen Kommission einbringen und durchbringen konnten. Nun folgten wichtige Gespräche mit vielen (möglichen) Entscheidungsträgern im Grossen Rat. So konnten im Rat die Gegenvorschläge mit deutlichen Mehrheiten durchgebracht werden.

Nochmals eine sehr intensive Zeit kam auf uns zu. Die Abstimmungskampagne musste geplant und durchgezogen werden.

Und nun liegt das Resultat des Thurgauer Volkes vor uns! D a n k e, liebe Thurgauerinnen und Thurgauer! H e r z l i c h   D a n k e!

Danke allen, die diesen langen Weg oder Teile davon mit uns gegangen sind! Danke für euer Vertrauen!

Weil ab Anfang mit allen Mitteln darum gerungen wurde, eine mehrheitsfähige Lösung im Kampf gegen den dramatischen Verlust an Kulturland zu finden, konnten wir nun wohl gewinnen! Dieser lange Weg war hart und steinig. Aber es hat sich gelohnt. Dieses Ringen um eine mehrheitsfähige und dennoch griffige Lösung war wohl das Fundament für den Erfolg an der Urne. Ein klarer Volksentscheid und ein klares Signal für den Weiterbestand der wunderbaren Thurgauer Kulturlandschaft. Mit diesem Volksentscheid wird nun den Akteuren in der Raumplanung eine klare Richtung vorgegeben und das Ziel und die Grenzen aufgezeigt, damit verbunden sind aber auch wieder mehr Freiheit und Eigenverantwortung!