08.10.2017 / Persönlich / /

Interview REGI die Neue

Warum engagieren Sie sich besonders, wenn es ums Thema Energie geht? Mein Interesse für diese sehr wichtigen Themen wurde bei der Restaurierung der Klosterkirche Fischingen geweckt. Grösste Anstrengungen waren dabei gerade auch im Bereich Energieeffizienz nötig. Die brennenden Fragen rund um Energie, Energieversorgung und Energieeffizienz beschäftigen mich seither und haben mich nicht mehr losgelassen. In meiner politischen Arbeit habe ich immer wieder Schwerpunkte zum Thema Energie gesetzt, Vorstösse lanciert und durchgesetzt. Dabei habe ich auch Kontakte zu Fachleuten gesucht oder sie sind an mich herangetreten und haben von ihren Ideen und Projekten berichtet. Im Kanton Thurgau haben wir viele Pioniere im Bereich energieeffizientes Bauen, im Bereich der Energieproduktion usw. Dieses grosse und vielfältige Knowhow zu vernetzen und zu präsentieren ist Ziel der «energy tour». Die Leute können sich informieren, können erfahren, was sie persönlich in diesem Bereich beitragen und/oder wie sie profitieren können. Dazu bildet die «energy tour» eine Plattform. Dass Besucher angeregt werden, sich inspirieren lassen und selber etwas umsetzen, beweisen die vielen positiven Rückmeldungen nach jeder «energy tour». Das gibt mir persönlich die Energie, mich weiterhin zu engagieren. Inwiefern ist das Thema «Energie» auch in ihrem Alltag wiederzufinden? Wir haben selbst unzählige Projekte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien umgesetzt und verzichten seit Jahren bewusst auf Flugreisen. Wir haben vor ein paar Jahren, ebenfalls an der «energy tour», das E-Bike entdeckt. Wir unternehmen Bike-Touren durch den Thurgau, die Ostschweiz und in Kombination mit dem ÖV durch die ganze Schweiz. Mit vielen politischen Vorstössen und schlussendlich auch mit einer Volksinitiative haben wir den Thurgau in den Energiethemen an die nationale Spitze führen können. Aus den Richtlinien des Regierungsrates des Kantons Thurgau für die Regierungstätigkeit in der Legislaturperiode 2016 bis 2020 (Zahlen und Fakten) geht hervor, dass Bauherren im Kanton Thurgau in den Jahren 2008 bis 2015 auf Grund des kantonalen Förderprogrammes 1 161 894 743 Franken in die energietechnische Sanierung ihrer Gebäude oder in die Nutzung von Abwärme oder von erneuerbaren Energien investiert haben. Insgesamt wurden 12085 Projekte realisiert. 70 Prozent der Aufträge gingen an Thurgauer Unternehmen, 29 Prozent an Unternehmen in anderen Kantonen und lediglich ein Prozent ins Ausland. Die Erfahrung hat gezeigt, dass grosse Energieprojekte bei der Umsetzung grösste Schwierigkeiten haben, weil die Akzeptanz in der Regel bei der Bevölkerung schwer zu erreichen ist. Für eine erfolgreiche Umsetzung von Energieprojekten können dezentrale, in der Regel kleine und von privaten Investoren getätigte Investitionen den grössten Beitrag leisten. Diese Tatsache ist viel zu wenig im Bewusstsein der Menschen präsent. Dass jede Person ihren Beitrag leisten kann, zeigen die vielseitigen Möglichkeiten und Ideen, die an der «energy tour» prä- sentiert werden.»

«energy tour» 2017 – ein Anlass für Jung und Alt
Am Samstag, 16. September, findet die diesjährige «energy tour» statt. Eine Veranstaltung,
bei welcher erneuerbare und regenerative Energien im Vordergrund stehen.
Hinterthurgau – Die Schweiz ist nicht
nur für ihr wunderschönes Landschaftsbild,
mit den Bergen, Seen und
idyllischen Dörfern, bekannt, sondern
auch für ihre vorbildliche Sauberkeit.
Das sind zwei Gründe, welche sicherlich
zur hohen Lebensqualität in der
Schweiz beitragen. Um später einmal
den künftigen Generationen eine
saubere und lebenswerte Umwelt zu
hinterlassen, finden es die Organisatoren
der «energy tour» unerlässlich, dass
der Bevölkerung Energieeffizienz und
erneuerbare Energien nähergebracht
werden. Bereits zum siebten Mal findet
in diesem Jahr der gesellige und informative
Anlass statt. REGI Die Neue hat
OK-Präsident Josef Gemperle getroffen
und mit ihm über die bevorstehende
«energy tour» und sein Engagement im
Bereich Energie gesprochen.
Josef Gemperle, die alle zwei Jahre
stattfindende «energy tour» steht vor
der Tür. Was dürfen die Leute dieses
Jahr erwarten?
Was 2008 bescheiden angefangen
hat, ist nun mit der Ausgabe 2017 zu
einem beachtlichen kantonalen Anlass
gewachsen. An neun Standorten
im Thurgau finden die Leute alles, was
sie über E-Mobilität, Energieeffizienz,
erneuerbare Energien und regionale
Wirtschaft wissen sollten. Die Liste
der zusätzlichen Attraktionen ist lang
und vielfältig und zwar für Jung und
Alt und auch für Familien. Meine
Freude ist gross über die Vielfalt und
die Perfektion der Angebote an den
Veranstaltungsorten. Die Details dazu
finden alle Thurgauerinnen und
Thurgauer in der 20-seitigen «energy
tour Zeitung», die in der zweiten Septemberwoche
in alle Thurgauer Briefkästen
verteilt wird.
Was würden Sie als für Sie das grösste
Highlight der diesjährigen «energy
tour» bezeichnen?
Die Krönung der diesjährigen
«energy tour» ist sicher der eigentliche
Quantensprung betreffend der
Anzahl Veranstaltungsorte, die grosse
Auswahl und die Perfektion der
Angebote. Und überall ist man mit
grosser Hingabe an der Arbeit, um
den Besuchern ein möglichst breites
Angebot zu bieten, Innovationen,
neue Ideen und Denkanstösse in den
Hauptthemen zu vermitteln und auch
Testfahrten mit Elektroautos, E-Bikes
und vielen anderen Vehikeln zu ermöglichen.
Besonders wertvoll sind
auch die fruchtbaren Tipps der vielen
privaten Besitzer von allen Arten von
Elektrofahrzeugen.
Was ist an den Hinterthurgauer Veranstaltungsorten
zu erwarten?
Zu den zentralen Themen Energieeffizienz,
erneuerbare Energien,
Mobilität und regionale Wirtschaft
gibt es an allen Standorten viele attraktive
Angebote. Eschlikon ist bei
der «energy tour» schon am längsten
dabei. Man findet dort nebst Oldtimerausstellung,
Seifenkistenrennen
und Rösslifahrten zusätzlich eine Ausstellung
von über 20 einheimischen
Firmen im Rahmen der Veranstaltungsreihe
20 Jahre Gemeinde Eschlikon.
In Münchwilen/St. Margarethen
steht das erste PlusEnergie Schulhaus
der Ostschweiz zur Besichtigung bereit.
Ein Schulhaus, das doppelt so viel
Energie produziert als es verbraucht
und erst noch weniger kostet als andere
Schulhäuser. Die engagierten Baufachleute
zeigen am Objekt, wie das
überhaupt möglich geworden ist. Am
Bahnhof Tobel-Tägerschen veranstalten
die Gemeinden Affeltrangen und
Tobel-Tägerschen gemeinsam einen
überaus interessanten Tag «on tour».
Nebst den Hauptthemen gibt es Angebote
aus der Energieberatung, regionale
Produkte aus Landwirtschaft
und Gewerbe, sogar ein Referat und
viele weitere Highlights wie Rösslifahrten
zu Vorzeigeprojekten, Testfahrten
mit E-Bikes, E-Motos und
Elektroautos, einen Marktplatz mit
vielen Ausstellern, Festwirtschaft mit
Musik, Hüpfburg, Kindermalwettbewerb
und vieles mehr. Speziell ist die
«woodvetia» Aktion im Hinterthurgau.
An drei verschiedenen Standorten
ermöglichen die beteiligten
Firmen spannende Einblicke in die
Wertschöpfungskette Holz. Von der
Holzernte im Wald mit modernsten
Maschinen bis zur Verarbeitung in
der Sägerei, in der Zimmerei sowie im
modernen Heizkraftwerk erfahren Sie
alles über Schweizer Holz.
Warum sollte die Bevölkerung die
«energy tour» besuchen?
Das Konzept der «energy tour»
ist denkbar einfach und wohl gerade
deshalb so erfolgreich. Pioniere und
Vorreiter sowie spezialisierte Gewerbebetriebe
und KMU zeigen die
guten Beispiele, sprechen offen über
ihre Erfahrungen und inspirieren die Besucherinnen und Besucher, ebenfalls
etwas im Bereich Energie anzupacken.
An fast allen Standorten findet
man Festwirtschaften, Kinderbetreuung,
Musik und andere Attraktionen.
Auch dieses Jahr bestehen grösste
Chancen, beim Wettbewerb ein E-Bike
der Spitzenklasse im Wert von 5000
Franken zu gewinnen.
Warum engagieren Sie sich besonders,
wenn es ums Thema Energie
geht?
Mein Interesse für diese sehr wichtigen
Themen wurde bei der Restaurierung
der Klosterkirche Fischingen
geweckt. Grösste Anstrengungen
waren dabei gerade auch im Bereich
Energieeffizienz nötig. Die brennenden
Fragen rund um Energie, Energieversorgung
und Energieeffizienz
beschäftigen mich seither und haben
mich nicht mehr losgelassen. In meiner
politischen Arbeit habe ich immer
wieder Schwerpunkte zum Thema
Energie gesetzt, Vorstösse lanciert
und durchgesetzt. Dabei habe ich
auch Kontakte zu Fachleuten gesucht
oder sie sind an mich herangetreten
und haben von ihren Ideen und Projekten
berichtet. Im Kanton Thurgau
haben wir viele Pioniere im Bereich
energieeffizientes Bauen, im Bereich
der Energieproduktion usw. Dieses
grosse und vielfältige Knowhow zu
vernetzen und zu präsentieren ist Ziel
der «energy tour». Die Leute können
sich informieren, können erfahren,
was sie persönlich in diesem Bereich
beitragen und/oder wie sie profitieren
können. Dazu bildet die «energy tour»
eine Plattform. Dass Besucher angeregt
werden, sich inspirieren lassen
und selber etwas umsetzen, beweisen
die vielen positiven Rückmeldungen
nach jeder «energy tour». Das gibt mir
persönlich die Energie, mich weiterhin
zu engagieren.
Inwiefern ist das Thema «Energie»
auch in ihrem Alltag wiederzufinden?
Wir haben selbst unzählige Projekte
im Bereich Energieeffizienz und
erneuerbare Energien umgesetzt und
verzichten seit Jahren bewusst auf
Flugreisen. Wir haben vor ein paar
Jahren, ebenfalls an der «energy tour»,
das E-Bike entdeckt. Wir unternehmen
Bike-Touren durch den Thurgau,
die Ostschweiz und in Kombination
mit dem ÖV durch die ganze Schweiz.
Mit vielen politischen Vorstössen
und schlussendlich auch mit einer
Volksinitiative haben wir den Thurgau
in den Energiethemen an die nationale
Spitze führen können. Aus den
Richtlinien des Regierungsrates des
Kantons Thurgau für die Regierungstätigkeit
in der Legislaturperiode 2016
bis 2020 (Zahlen und Fakten) geht
hervor, dass Bauherren im Kanton
Thurgau in den Jahren 2008 bis 2015
auf Grund des kantonalen Förderprogrammes
1 161 894 743 Franken
in die energietechnische Sanierung
ihrer Gebäude oder in die Nutzung
von Abwärme oder von erneuerbaren
Energien investiert haben. Insgesamt
wurden 12085 Projekte realisiert. 70
Prozent der Aufträge gingen an Thurgauer
Unternehmen, 29 Prozent an
Unternehmen in anderen Kantonen
und lediglich ein Prozent ins Ausland.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass grosse
Energieprojekte bei der Umsetzung
grösste Schwierigkeiten haben, weil
die Akzeptanz in der Regel bei der
Bevölkerung schwer zu erreichen ist.
Für eine erfolgreiche Umsetzung von
Energieprojekten können dezentrale,
in der Regel kleine und von privaten
Investoren getätigte Investitionen den
grössten Beitrag leisten. Diese Tatsache
ist viel zu wenig im Bewusstsein
der Menschen präsent. Dass jede Person
ihren Beitrag leisten kann, zeigen
die vielseitigen Möglichkeiten und
Ideen, die an der «energy tour» prä-
sentiert werden.»
Interview: Anina Brühwiler

 

 

 

https://www.regidieneue.ch/wp-content/uploads/2017/09/17_071_Regi_08.09.17.pdf