09.11.2017 / Persönlich / /

Nominiert – Bericht in Ostschweizer Energiepraxis

Es sind die Facetten, die Josef Gemperles Energie-Engagement ausmachen. Er selber sieht das was er tut, als Gesamtes. Entsprechend umfasst seine Eingabe für den IBK-Nachhaltigkeitspreis 2017 die eigenen Bauprojekte, das ehrenamtliche Engagement und seine zahlreichen politischen Vorstösse.

NOMINIERT
Impressum Thurgauer Einlage der Energiepraxis
Kanton Thurgau, Abteilung Energie, 8510 Frauenfeld
Tel. 058 345 54 80, energie@tg.ch, www.energie.tg.ch
Gaby Roost, Nova Energie, 8370 Sirnach
gaby.roost@novaenergie.ch
Seine Faszination für Energie reicht ins Jahr 1994
zurück. Josef Gemperle übernimmt das Präsidium
der Kirchgemeinde Fischingen und sieht
sich mit der Herausforderung der Renovation der
Klosterkirche konfrontiert. Als Baukommissionspräsident
organisiert er nicht nur einen Teil der
Finanzierung über den neu gegründeten Verein
Barockkirche, sondern kann eine Erneuerung realisieren,
die Energieeffizienz und den Einsatz
erneuerbarer Energien einschliesst. Die Barockgewölbe
werden mit einem speziellen Verfahren
isoliert und die Elektroheizung weicht dem Anschluss
an die Schnitzelheizung des Klosters.
Der Funke ist entzündet
Nach einem Jahrzehnt Einsatz für die Renovation
lässt Gemperle das Thema Energie nicht mehr
los. 2005, als Kantonsrat ein Jahr im Amt, folgt
der Grosse Rat seinem Antrag für die Ausarbeitung
eines Konzeptes zur verstärkten Förderung
erneuerbarer Energien und der Energie-Effizienz.
Das Konzept legt den Grundstein für die seit
Jahren politisch breit abgestützte, kontinuierliche
und schweizweit als innovativ geltende Energiepolitik
im Kanton Thurgau. Es folgen Vorstösse
von Gemperle, welche die Ausrichtung festigten
– seien es die Zwillingsinitiativen, die zur Verdoppelung
der Mittel im Energiefonds und zur Verankerung
des Förderprogramms in der Kantonsverfassung
führen, seien es die verschiedenen
erfolgreichen Anträge zur Erarbeitung von Konzepten
für die Nutzung der tiefen Geothermie,
der Biomasse oder über die künftige Ausgestaltung
des Stromnetzes.
Daneben gründet Josef Gemperle mit Gleichgesinnten
den Verein Geothermie Thurgau und lanciert
2008 die «energy tour», der er als OK-Prä-
sident vorsteht und die 2014 den Thurgauer
Energiepreis erhält.
Authentisches Engagement
Das, was er energiepolitisch vertritt, setzt er auf
dem Landwirtschaftsbetrieb mit seiner Familie
und der Partnerfamilie der Betriebszweiggemeinschaft
Gemperle/Gemperle um. Die Wärmerückgewinnung
bei der Milchkühlung oder die Wärmedämmung
des Wohnhauses gehören zu den
Effizienzmassnahmen. Vier Solarstrom-, eine Solarthermie-
und eine Biogasanlage in sehr effizienter
Bauweise sowie eine Holzfeuerung prägen
die «persönliche Energiebilanz»: eigene Nettoerzeugung
von gut 500000 kWh Strom und Wärme
pro Jahr. Damit übersteigt die Produktion mindestens
dreimal den Eigenbedarf.
«Die politische Arbeit ist effektiver, als unser PlusEnergie-Bauernhof»,
ist sich Josef Gemperle bewusst,
«aber durch die eigenen Anlagen habe
ich den Praxisbezug und kann glaubhaft politisieren.»

IBK-Nachhaltigkeitspreis
Der Kanton Thurgau hat aus 19 eingereichten
Projekten die beiden folgenden für den IBK-Nachhaltigkeitspreis
zum Thema «Erneuerbare Energien
und Energieeffizienz» nominiert:
Der«Plus-Energie Bauernhof mit ehrenamtlichem
und politischem Engagement für eine nachhaltige
Zukunft» von Josef Gemperle, Fischingen.
Das «Zentrum Tobel, Plusenergiequartier nach
dem Leitbild der 2000 Watt Gesellschaft», des Architekturbüros
Fent Solar Architektur, Wil.
Die Internationale Bodensee Konferenz, IBK, will
mit dem Nachhaltigkeitspreis den Bodenseeraum
als Modellregion für nachhaltige Entwicklung ins
öffentliche Bewusstsein rücken und dazu anregen,
gemeinsam über die Zukunft nachzudenken
und konkret zu handeln. Die Preisverleihung findet
am 15. Dezember 2017 statt.
Weitere Infos: www.bodenseekonferenz.